Schwarzes Hamburg > Gedankenaustausch -Archiv-

Ab wann ist der Mensch ein Mensch?

<< < (60/65) > >>

Thomas:

--- Zitat von: CommanderChaos ---
--- Zitat von: Thomas am 10 Dezember 2008, 19:59:31 ---Also abgesehen von dem, was schon darkestMatter zu dem Dünger schrieb, weise ich nochmals auf folgendes hin : Traktoren, LKW's, Auto's&Co. müssen nicht zwingend mit Öl&Co. laufen.Die gibt bzw. wird es z.B. auch alle als Elektro-Variante geben, und Strom kann man, wenn man gewillt ist, auch Umweltfreundlich erzeugen.Und da, wie du schon richtig bemerktest, Öl immer knapper und damit auch immer teurer wird, wird es so oder so zu Alternativantrieben kommen, entweder weil Öl zu teuer wird oder weil's halt irgendwann einfach nicht mehr da ist (wobei der Preis sicherlich lange vorher den Ausschlag geben wird).
--- Ende Zitat ---

Prinzipiell schon, aber regenerative Energie ist nicht weit genug entwickelt, um das Öl so schnell zu ersetzen, wie es vermutlich erforderlich werden wird.. den Peak haben wir, wenn Gerüchte Recht haben, schon vor etwa einem halben bis ganzen Jahr überschritten, und selbst wenn nicht, ists nicht mehr lange hin. Das kannst du nicht abstreiten. Die niedrigen Preise jetzt haben wir nur der Wirtschaftskrise zu verdanken, und ich bin mal gespannt, wie die explodieren, wenn die Weltwirtschaft wieder richtig zu laufen anfängt. Die erste drastische Nahrungsmittelverteuerung hatten wir ja schon, und das nur, weil Leute anfingen, lieber Biodiesel als Brot zu produzieren.. hängt zumindest indirekt zusammen.

Will ja nicht nur schwarzmalen: Denke schon, dass das Problem lösbar wäre. Aber ich fürchte, das wird nicht schnell genug gehen. Meiner Meinung nach wirds kräftig knallen. Innerhalb der nächsten Jahre.

--- Ende Zitat ---
Also innerhalb der nächsten paar Jahre wird es sicherlich nicht knallen.Selbst wenn wir den Oil Peak bereits überschritten haben, wie lange ist Öl dann noch in großer Menge verfügbar ? 40 Jahre ? 50 Jahre ? Reicht meiner Meinung nach auf jeden Fall, um umzuschwenken, vor allem, wenn Benzin erst mal wirklich teurer wird.Außerdem wird sich der Zeitraum noch verlängern, da mit der ansteigenden verteuerung von Rohöl auch der Verbrauch reduziert werden wird.Wenn man z.B. bedenkt, was jetzt alles an Einwegprodukten und anderem Müll aus Kunststoff gebaut wird, kann Öl nicht wirklich teuer sein.Und dazu kommt noch, das mit steigenden Preisen auch die Förderung von bisher nicht ausreichend lukrativen Vorkommen gestartet werden wird.Eigentlich müßte man die OilPeak-Statistik dynamisch gestalten und immer auf einen angenommenen Rohölpreis beziehen.

Es ist doch sogar in den USA ein Wandel zu beobachten : Spritschluckende SUV's kauft keiner mehr, und das, obwohl Kraftstoff dort im Vergleich immernoch Spottbillig ist.Gleichzeitig entstehen überall auf dem Lande Anlagen für Biosprit, genauer Alkohol.Da machen die Amis richtig Druck, wobei das natürlich auch mit der gewünschten Unabhängigkeit von irgendwelchen Problemstaaten im nahen Osten und anderswo zusammenhängt.Und bei neueren Biospritverfahren kann man auch alles an organischem Abfall aus der Landwirtschaft zu Sprit machen, nicht nur die Früchte wie es früher der Fall war.
Das tlw. Nahrungsmittel teurer werden, weil alle auf Biospritanbau setzten ist richtig, aber auch da könnte man handeln.Wie viel Fläche liegt z.B. alleine in den neuen Bundesländern brach ? Wie aufwendig ist der Anbau von Pflanzen zur Erzeugung von Biosprit der zweiten Generation ? Da man da im Prinzip alles verwerten kann, kann doch auch fast jedes Kraut genommen werden, also sind die Anforderungen an den Boden nicht sonderlich hoch.Da ist der Osten mit seinen fast verlassenen Dörfern und Äckern doch ideal.

Und auch bei der Erzeugung von Elektrizität aus Wind- und Sonnenkraft wird die Ausbeute immer besser.Z.b. gibt es Solarparks, in denen die Sonne von Massen an Parabolspiegeln gebündelt auf eine durch ein transparentes Rohr fließende Flüssigkeit geleitet wird, die sich extrem aufheizt und über einen Kessel die Hitze speichern kann, so das auch Nachts strom produziert werden kann.Dieses an sich recht simple System soll wesentlich effizienter sein als die üblichen Solarzellen.

Wie auch immer, ich bin da recht zuversichtlich, der Preis wird die Leute ganz schnell alternative Antriebstechniken fordern lassen, das hat in der Hauptsache nicht unbedingt etwas mit Umweltschutz zu tun.

geeksarebettergoths:
Knallen in den nächsten Jahren? Stark zu bezweifeln. Immer diese Schwarzmalerei.
Der Mensch wird sich mit seiner "Intelligenz" schon eher selbst auslöschen als dass es hier irgendwo mal richtig knallt.
Irgendwie seid ihr vom Thema abgewichen und jetzt ist es nicht mehr so interessant. hmpf

DarkestMatter:
außerdem hat keiner von uns in punkto "was passiert in den nächsten 10 Jahren" genug durchblick, um glaubhaft behaupten zu können, "es wird ....".
peakoil hin oder her - mobilität wird niemals enden. und zu dem ergebnis sind wir hier schon mehr als 1x gekommen.

tyrannus:
Zu Eurer Öldiskussion, wieweit regenerative Energieträger das Öl ersetzen können, Atomstrom oder gar Wind/Solarstrom für die Gewinnung des Strombedarfs der Elektroautos eingesetzt werden kann etc. empfehle ich "The last oil shock" von David Strahan (falls hier nicht schon erwähnt).
Zwar alles ziemlich einseitig aus der Sicht der USA und einigen Beispielen aus UK, aber da dort auch die Ölindustrie einen grossen Stellenwert hat halte ich das für verschmerzbar. Da finden sich auch ein paar nette Rechenbeispiele, die einem klarmachen, dass viele Forderungen der "Ökos" eben nicht so einfach durchführbar sind und man sich gerade deswegen früh dran muss um am Ende noch möglichst viel Zeit zu haben.

Kallisti:
Da sich mir mal wieder ein paar Fragen stellen, zu denen mich Antworten anderer Menschen interessieren, wärme ich das hier auf.


Es wurde hier ja schon über Behinderungen gesprochen - das ist ein schwieriges Thema, finde ich - jedenfalls für mich.

Aktuell geht mir aber vor allem durch den Kopf, wie es sich bei dem locked-in-syndrom verhält.

Sicher kennen einige Filme (bzw. Bücher) wie "Das Meer in mir" oder "Schmetterling und Taucherglocke".


Mir stellt sich einfach die Frage: Inwieweit ist man da noch "Mensch", wenn man davon betroffen ist - fühlt man sich selbst noch als "Mensch" bzw.: als am Leben ("seiend") oder nur noch als existierend, "vegetierend"?

Ich kenne niemanden, der davon betroffen ist, daher kann ich nur auf meine Vorstellungen zurückgreifen. Sicher ist es immer eine Sache, sich etwas nur vorzustellen oder/eine andere: wirklich betroffen zu sein - man kann nie wirklich wissen, wie es für einen selbst wäre, wenn man betroffen wäre.

Was ich sagen will:
Für mich wäre es, so denke ich, wohl ziemlich sicher doch so, dass ich in einer solchen Situation nicht mehr weiter existieren wollen würde - da es keine Aussicht auf Heilung, Genesung, deutliche Besserung gibt, da man extrem auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen ist, völlig von ihnen abhängt, man überhaupt keine Intimsphäre mehr hat, über kaum Selbstbestimmtheit und Selbständigkeit verfügt, man auch kaum bis fast gar nicht oder nur sehr erschwert kommunizieren kann - man diesen Zustand des fast völligen Gelähmtseins aber bei vollem Bewusstsein ertragen, erleiden muss.

Meine Gedanken sind dann eben wieder:

Bin ich dann noch ein Mensch - wenn ich all das, das Menschen "für gewöhnlich" tun oder tun können (selbständig bspw.: gehen/sich bewegen, essen, sprechen, wahrnehmen/fühlen, Hände benutzen ... ... ...) nicht mehr (nie mehr) tun kann?

Wenn ich sozusagen nur noch einen "Geist", Verstand habe, aber eigentlich keinen Körper mehr und wenn dieser Geist sich nicht so "ausdrücken" kann, wie er möchte, weil ihm dazu der notwendige Körper fehlt.

Wenn dieser fehlende Körper zugleich aber nicht einfach "nicht da" ist, sondern als nicht beeinflussbare, nicht kontrollierbare, nicht einsetzbare "Last" existiert.


Es ist doch ein Unterschied, ob Menschen "teilbehindert" sind oder ob sie also ihren Körper so vollständig gar nicht mehr "benutzen", erleben ... können (wie beim locked-in-syndrom) - und das dauerhaft.


Ich frage mich außerdem, wieviele dieser davon betroffenen Menschen ihr Leben noch als solches und als "lebenswert" empfinden und ob sie Glück (im Sinne von: Lebensfreude, Zufriedenheit) empfinden (können) (dauerhaft)?


Und dann komme ich letztlich natürlich "zwangsläufig" wieder zu der Frage, was es zur Folge haben "müsste"/sollte (?!?), wenn viele dieser betroffenen Menschen ihr Leben nicht mehr als "lebenswert" empfinden ... ?


Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln