Schwarzes Hamburg > Gedankenaustausch -Archiv-

Ab wann ist der Mensch ein Mensch?

<< < (65/65)

messie:

--- Zitat ---Also das ist deine Maxime, ok, aber das kann man nicht für alle Menschen als "allgemein geltende Richtschnur" proklamieren.
(Alles am "Glücklichsein" aufhängen/messen, das als Grundwert setzen.)
--- Ende Zitat ---

Wieso nicht?
Wer was als "Glück" empfindet, ist individuell höchst verschieden. Insofern ist diese "allgemeine Richtschnur" gleichzeitig eine sehr spezielle, da keine zwei Personen exakt dasselbe als Glück definieren für sich selbst.

Ich wüsste aber nicht, warum jemand das eigene Leben als nicht lebenswert erachten würde, wenn diese Person "ich bin glücklich" sagt und es auch so meint. :)

Kallisti:
messie


also ich denke, eine andere "Richtschnur"/Maxime könnte z.B.die Sinnfrage sein. ? - Daher ist das mit dem "Glücklichsein" nur ein Aspekt, aber nicht der allein ausschlaggebende (für Lebenszufriedenheit), wie ich finde. - Es sei denn, du würdest sagen, der Sinn des Lebens (eines jeden Menschen) besteht darin, dass der Mensch "glücklich" ist.


Ja, sicher - die Frage ist zunächst mal: Was versteht wer unter "(Lebens-)Glück", "Glücklichsein" oder Lebensfreude. - Wie immer sollte man sich da wohl auf Definitionen (der Begriffe) einigen, sonst redet man zwangsläufig aneinander vorbei.

Ich setze eben "Glücklichsein" nicht gleich mit dauerhafter bzw. überwiegender (mehr oder weniger: beständiger/kontinuierlicher) Lebenszufriedenheit oder Lebensfreude/Freude am Leben, an der eigenen Existenz.


Und ich denke, die Bedingungen, Möglichkeiten, Umstände, sein Leben bei massiver Einschränkung/"Freiheitsberaubung" wie bspw. beim locked in syndrom als "froh", "freudig" und "sinnerfüllt" zu empfinden, zu bezeichnen, sind massiv erschwert, wenn nicht nahezu gegen Null tendierend - immer auf lange Sicht gesehen (also: fortdauernd: über Jahre oder Jahrzehnte: in/mit einer solchen Lebenssituation, die kaum bis gar nicht verbessert/positiv verändert werden kann).





messie:

--- Zitat ---Und ich denke, die Bedingungen, Möglichkeiten, Umstände, sein Leben bei massiver Einschränkung/"Freiheitsberaubung" wie bspw. beim locked in syndrom als "froh", "freudig" und "sinnerfüllt" zu empfinden, zu bezeichnen, sind massiv erschwert, wenn nicht nahezu gegen Null tendierend - immer auf lange Sicht gesehen (also: fortdauernd: über Jahre oder Jahrzehnte: in/mit einer solchen Lebenssituation, die kaum bis gar nicht verbessert/positiv verändert werden kann).
--- Ende Zitat ---

Sicher erschweren diese Umstände es.
Auf der anderen Seite kann man ja nie wissen, ob derjenige nicht doch vergisst, dass es jemals anders war.
Wenn die Person es z.B. nicht anders kennt weil sie alles zuvor vergessen hat, dann wird sie ja vielleicht nichts vermissen.
Ist aber ja auch logisch dass es dann leichter für sie ist: Jemand der erblindet ist hadert sehr viel mehr mit seinem Schicksal der Blindheit als jemand, der blind geboren wurde etc.

Kallisti:

--- Zitat ---Auf der anderen Seite kann man ja nie wissen, ob derjenige nicht doch vergisst, dass es jemals anders war.
Wenn die Person es z.B. nicht anders kennt weil sie alles zuvor vergessen hat, dann wird sie ja vielleicht nichts vermissen.
--- Ende Zitat ---
(messie)


Wie kommst du darauf, dass sie ihr vorheriges gesamtes Leben "vergessen" könnten? - Darüber (dass locked in syndrom-Betroffene das tun) ist mir nichts bekannt. So hoch dürfte ihre Lebenserwartung auch nicht sein, dass sie noch viele Jahrzehnte lang "leben" --- und dann irgendwann also dement werden.

Das ist doch einigermaßen naiv gedacht, finde ich. Wie gesagt: das Problem besteht ja gerade darin, dass diese Menschen geistig nicht beeinträchtigt sind, sondern alles wie zuvor ist (Verstand, Bewusstsein, Erinnerungen/Gedächtnis ...) - es ist ja gerade das die große Qual daran!

Nicht umsonst nennt man das LOCKED IN syndrom.  

Navigation

[0] Themen-Index

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln