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öffentliche Kritik an Kinderkrippen, früher Fremdbetreuung in Kitas
messie:
--- Zitat von: Black Ronin am 14 Juni 2012, 12:14:40 ---Da hasse Recht. Wozu also noch wählen gehen. Da kann ich doch lieber am Sonntag im Bett bleiben, nech.
--- Ende Zitat ---
Naja, das ist jetzt n bisschen anderes Thema, hmm? Die Frage stellt sich aber schon, warum ein Gesetz durchgesetzt wird das niemand will - nicht mal die Betroffenen selbst. Ich bin mir sicher dass wenn jene die Wahl hätten zwischen 150 Öcken monatlich vom Staat oder einem vernünftigen (!) Krippenplatz wo die Kinder angemessen betreut werden, dann würden sich dann ja wohl doch die meisten für Letzteres entscheiden.
Es stinkt jedenfalls nach Wahlkampf, nach einem Thema, um unbequemere Dinge, die im Hintergrund beschlossen werden, nicht in den Nachrichten landen zu lassen.
darkflower:
Es würde schon reichen wenn das Geld das Eltern für einen Krippenplatz bezahlen auch nur dafür verwendet wird. Ein Krippenplatz mit 40 Stunden die Woche kostet für EIN Kind 1068€. Ich kann mir nicht vorstellen dass bei 35 Kindern die ca. 30000€ (nicht jedes Kind ist ja 40 Stunden da und ich kenne nur den 40 Stunden Preis) in die Krippe gehen. Also alleine das Gehalt der Erzieher und die Betriebs- und Essenskosten können das ja nicht sein.
Kallisti:
--- Zitat von: messie am 14 Juni 2012, 12:18:46 --- Ich bin mir sicher dass wenn jene die Wahl hätten zwischen 150 Öcken monatlich vom Staat oder einem vernünftigen (!) Krippenplatz wo die Kinder angemessen betreut werden, dann würden sich dann ja wohl doch die meisten für Letzteres entscheiden.
--- Ende Zitat ---
Eben und damit wäre sie erst recht dahin: die elterliche Wahlfreiheit: ob man sein Kind im Alter UNTER DREI JAHRE (!) lieber selbst zu Hause "betreuen" ... ... ... (!) möchte/kann/darf oder nicht!
Und was DAFÜR spricht, sein Kind in den ersten drei Jahren durch vertraute Bezugspersonen "betreuen zu lassen", ist ein Mal mehr auch in diesem Buch nachlesbar - immer mit aktuellen Erkenntnissen der Hirnforschung - daran angelehnt, damit untermauert:
http://www.socialnet.de/rezensionen/4695.php
-> "Die neue Elternschule" von Margot Sunderland
Aber genau: Bloß nicht sollen Frauen bzw. Mütter auf die Idee kommen DREI JAHRE bei ihren Kindern ZU HAUSE bleiben zu wollen und also: ihre eigenen Kinder einfach SELBST zu "erziehen" und zu "betreuen"! Denn dass sie dort ARBEITEN, wird nach wie vor nicht nur bezweifelt, sondern lächerlich gemacht, geschweigedenn wird es: anerkannt, ausgelobt, respektiert oder gar HONORIERT!
Ich wiederhole noch ein Mal: es geht um die ersten drei Lebensjahre!
messie:
--- Zitat von: darkflower am 14 Juni 2012, 12:34:29 ---Es würde schon reichen wenn das Geld das Eltern für einen Krippenplatz bezahlen auch nur dafür verwendet wird. Ein Krippenplatz mit 40 Stunden die Woche kostet für EIN Kind 1068€. Ich kann mir nicht vorstellen dass bei 35 Kindern die ca. 30000€ (nicht jedes Kind ist ja 40 Stunden da und ich kenne nur den 40 Stunden Preis) in die Krippe gehen. Also alleine das Gehalt der Erzieher und die Betriebs- und Essenskosten können das ja nicht sein.
--- Ende Zitat ---
Das ist nochmal so ein Thema für sich, ob der Kostenschlüssel wirklich gerechtfertigt ist oder ob sich da wer was in die Tasche wirtschaftet ...
Es fällt mir sehr schwer, mir dazu eine Meinung zu bilden. Denn wieviele Erzieher sind das bei 35 Kindern? Sieben vielleicht? Macht bei 2500 Euro Gehalt brutto pro Person inklusive der zusätzlichen sozialen Arbeitgeberanteile Pi mal Daumen (weiß nicht genau wie viel an Arbeitgeberanteil ist, Schätzung) 3000 * 7 = 21 000 Euro. Hinzu kommt die Miete fürs Haus (wieviel kosten diese Häuser? 2000 Euro?), Essen, Kosten für Reinigungspersonal, Versicherungen, Müllgebühren, etc.
Wenn man das so hochrechnet, scheint auf den ersten Blick da gar nicht mehr so viel übrigzubleiben.
Allerdings kann die Rechnung auch schnell mal anders laufen: 2 Erzieher, 3 Praktikanten, 2 Bufdis, und schon sind von über 20 Mille Personalkosten nur noch acht bis neun übrig.
Ist wirklich schwierig da beurteilen zu können, ob ein Preis zu hoch oder zu niedrig angesetzt ist. Wird, wie so oft, dann wohl wieder mal von Kita zu Kita unterschiedlich sein.
Wir sind uns aber dann ja wohl einig, dass diese Prämie eher als direkter Zuschuss für den Krippenplatz einen Sinn hat, hmm? Das würde ärmere Familien jedenfalls sinnvoll entlasten.
CubistVowel:
--- Zitat von: messie am 14 Juni 2012, 12:11:20 ---Keiner versteht's, trotzdem wird's gemacht.
--- Ende Zitat ---
Nicht ganz. Ab 2013 haben alle Kinder unter 3 Jahren einen Rechtsanspruch auf Betreuung in einer Krippe oder durch eine Tagesmutter. Dieses Gesetz wurde, glaube ich, 2008 beschlossen.
Aber danach ist fast nichts passiert, und das muss man jetzt wohl irgendwie verschleiern. Es wurde seitdem zwar alles Mögliche gefördert (unter anderem Banken und Versicherungen^^), aber in den Ausbau der Krippenplätze ist kaum investiert worden. Also muss der Bedarf an Krippenplätzen gesenkt werden, und das geht nun mal am Besten über finanzielle Anreize.
Außerdem ist jede Frau, die am Herd, äh, zu Hause bleibt, eine weniger in der Arbeitslosenstatistik. ;)
Anders kann ich mir dieses Gesetz auch nicht erklären.
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