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Schwarzes Hamburg => Archiv => Politik & Gesellschaft -Archiv- => Thema gestartet von: PlayingTheAngel am 06 November 2009, 09:02:47

Titel: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: PlayingTheAngel am 06 November 2009, 09:02:47
Da ich nun schon in einigen ganz unterschiedlichen Betrieben verschiedene Tätigkeiten ausgeübt habe ist mir trotz der Unterschiede eine Sache immer aufgefallen. In jedem Betrieb wird ein Großer Teil der Zeit über alles und jeden rumgemeckert. Und das ganz unabhängig davon wie gut oder schlecht die Rahmenbedingungen sind. Da mir dieses Thema über die letzten Jahre doch zu denken gegeben hat dachte ich mir dass es evtl. mal einen Thread wert ist um eure Erfahrungen zu dem Thema zu hören.

Ein gutes Beispiel dafür ist unsere Kantine. Jeder der schon mal in einem Betrieb mit schlechter oder gar keiner Kantine gearbeitet hat und sein Mittagessen nicht von Zuhause mit bringt weiß die Vorteile einer echt guten Kantine zu schätzen. Warum meckern dann trotzdem die Hälfte der Angestellten über eine wirklich hervorragende Kantine mit mehreren Menüs die man sich selbst zusammenstellen kann, Top Salatbar und unschlagbaren Preisen herum?

Und warum wird andauernd über Vorgesetzte gemeckert mit denen man persönlich gar nichts zu tun hat und die sich irgendwann mal irgendwas geleistet haben was aus Sicht der Angestellten unangemessen war. Geht es dabei nur um persönliche Profilierung?

Was mich auch wundert, warum meckern viele Angestellte jahrelang über die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit herum obwohl sie oft mit ein bisschen Engagement die Umstände deutlich verbessern könnten ? Ist das pure Bequemlichkeit, die Angst anderen Kollegen "auf den Schlips zu treten" weil man sie durch eigenes Engagement in den Schatten stellen könnte. Oder wird oft absichtlich nichts verbessert weil es ja sonst später nichts mehr zum meckern gäbe ? Oder ist das nur eingefahrene Gruppendynamik aus der sich keiner so richtig ausbrechen traut, es könnte heißen "was will der denn, hat doch sowieso alles keinen Zweck" ?

Wie gut muss es Jemandem eigentlich gehen dass er zufrieden ist ?

Warum wird die Stimmung im Mikrokosmos Arbeit so schnell schlecht ?
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: Eisbär am 06 November 2009, 09:31:45
Warum wird die Stimmung im Mikrokosmos Arbeit so schnell schlecht ?
Ein Vorgesetzter sagte mir mal: "Mit Arbeit kann man sich den ganzen Tag versauen." Ich vermute, daß zumindest dieser Punkt daran liegt.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: PlumBum am 06 November 2009, 10:21:23
Ich glaube der Arbeitsplatz ansich ist ein hoch komplizierter und extrem empfindlicher Mikrokosmos. Wenn ein gewisses Gleichgewicht zwischen über und unterforderung, interessanter neuer und bekannter alter arbeit, kreativem und monotonem arbeiten nicht eingehalten wird, ist der Mensch automatisch unzufrieden. Das Problem daran ist, das diese Mischung für jeden Menschen unterschiedlich ist. Gerade bei soetwas komplexen wie Essen gehen die persönlichen Vorlieben doch teils extrem stark auseinander. Insofern würde ich es fast als gutes Zeichen deuten wenn die Leute nur übers Essen meckern. Wer schonmal eine größere Gruppe versucht hat zu bekochen und es allen recht machen wollte, weiss was ich damit meine.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: colourize am 06 November 2009, 10:29:46
Menschen streben im Regelfall danach, Teil einer Gruppe zu sein. Das Meckern unter Kollegen trägt dazu bei, Gemeinschaft zu schaffen. Indem ich mich über Vorgesetzten XY brüskiere, vermittele ich dem zuhörenden Kollegen, dass ich ihn für vertrauenswürdig halte (zumeist im Subtext, ggf. wird aber darauf hingewiesen, dass diese Information nicht weitergegeben werden darf - hier ist das Vertrauensverhältnis noch im Aufbau, das sich später von selbst versteht). Über das Meckern werden letztlich soziale Grenzen abgesteckt: Wer ist "innen" (gehört also zum Kreis derer, über die nicht hergezogen wird), wer "außen" (also zu den Gegnern)?

Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: l3xi am 06 November 2009, 10:48:48
Da ich nun schon in einigen ganz unterschiedlichen Betrieben verschiedene Tätigkeiten ausgeübt habe ist mir trotz der Unterschiede eine Sache immer aufgefallen. In jedem Betrieb wird ein Großer Teil der Zeit über alles und jeden rumgemeckert. Und das ganz unabhängig davon wie gut oder schlecht die Rahmenbedingungen sind. Da mir dieses Thema über die letzten Jahre doch zu denken gegeben hat dachte ich mir dass es evtl. mal einen Thread wert ist um eure Erfahrungen zu dem Thema zu hören.
Warum immer gemeckert wird?

Mir persönlich hat sich der Gedanke aufgedrängt, dass es offenbar zur "deutschen" Mentalität zu gehören scheint, ja vllt. sogar für viele einfach dazugehört, dass sich eben jene gern den lieben langen Tag über irgendwas aufzuregen. Da will ich mich selbst noch nicht mal gänzlich ausschließen.


Wieso sich das dann ganz besonders bei der Arbeit manifestiert? Ich glaube, die Konzentration könnte darin begründet sein, dass man den Großteil des Tages halt "am Arbeitsplatz" verbringt.
Zitat
Ein gutes Beispiel dafür ist unsere Kantine. Jeder der schon mal in einem Betrieb mit schlechter oder gar keiner Kantine gearbeitet hat und sein Mittagessen nicht von Zuhause mit bringt weiß die Vorteile einer echt guten Kantine zu schätzen. Warum meckern dann trotzdem die Hälfte der Angestellten über eine wirklich hervorragende Kantine mit mehreren Menüs die man sich selbst zusammenstellen kann, Top Salatbar und unschlagbaren Preisen herum?
Kantinen-Nörgler wird es immer geben - k.A. wieso. Wahrscheinlich "gebranntes Kind...".
Zitat
Und warum wird andauernd über Vorgesetzte gemeckert mit denen man persönlich gar nichts zu tun hat und die sich irgendwann mal irgendwas geleistet haben was aus Sicht der Angestellten unangemessen war. Geht es dabei nur um persönliche Profilierung?
Zitat
Was mich auch wundert, warum meckern viele Angestellte jahrelang über die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit herum obwohl sie oft mit ein bisschen Engagement die Umstände deutlich verbessern könnten ? Ist das pure Bequemlichkeit, die Angst anderen Kollegen "auf den Schlips zu treten" weil man sie durch eigenes Engagement in den Schatten stellen könnte. Oder wird oft absichtlich nichts verbessert weil es ja sonst später nichts mehr zum meckern gäbe ? Oder ist das nur eingefahrene Gruppendynamik aus der sich keiner so richtig ausbrechen traut, es könnte heißen "was will der denn, hat doch sowieso alles keinen Zweck" ?
Was die Profilierer angeht. Ich glaube, die gibt es überall, genauso wie Gruppendynamiken. Ist wie Unkraut - kommt immer mal wieder durch, egal wie oft man es weg macht.


Eine andere Möglichkeit könnte sein, dass in bestimmten Situationen die eigene Ohnmacht - sprich, dass am betreffenden "Kritikpunkt" in dem Moment nichts geändert werden kann - ausgedrückt oder überspielt werden soll. Wenn da z.B. der Chef involviert ist, dann ist es ja oft nicht möglich, frei heraus zu sagen, was man gerade denkt. Nicht in allen Betrieben hat man die Möglichkeit, bei jedem "Kritikpunkt" aktiv Verbesserungen vornehmen zu können. Gründe dafür sind denke ich vielschichtig.


Aus eigener Erfahrung - aktiv als auch passiv - kann ich sagen, dass ich solche "Nörgeleien" oft dann erlebt hab, wenn man im ersten Moment nur mit dem Kopf schütteln kann und der Meinung ist, in der gleichen Situation hätte man/ich anders bzw. besser reagiert.


Zitat
Wie gut muss es Jemandem eigentlich gehen dass er zufrieden ist ?

Warum wird die Stimmung im Mikrokosmos Arbeit so schnell schlecht ?
Bedenke bitte, das der gemeine Arbeitnehmer in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis befindet. Die Rahmenbedingen werden somit von "oben" vorgegeben. Evtl. vorhandenes Mobbing, ein Chef, der sich die Füße küssen lassen will, weil er seinen Angestellten zu Lohn und Brot verhilft etc. sind halt Zustände, die nicht immer gleich gelöst werden können. Wenn dann noch private Probleme in den Topf kommen, dann brodelt das halt ordentlich und irgendwann braucht der betroffene Arbeitnehmer ein Ventil, da er sonst innerlich platzt und ggf. Amok läuft.

Ich sehe dieses Nörgeln/Jammern/Meckern primär als Ventil, um kurzfristig ein bisschen Druck abzubauen. Dass es auf Dauer keine Lösung ist, sollte denk ich mal klar sein.

PlumBum hats da auch ganz gut getroffen. :)

Warum wird die Stimmung im Mikrokosmos Arbeit so schnell schlecht ?
Ein Vorgesetzter sagte mir mal: "Mit Arbeit kann man sich den ganzen Tag versauen." Ich vermute, daß zumindest dieser Punkt daran liegt.
Das kann ich so voll und ganz unterschreiben. Solche Tage gehen mir auch regelmäßig auf den Keks, weil es die eigene Motivation ungemein runter reißen kann.

Menschen streben im Regelfall danach, Teil einer Gruppe zu sein. Das Meckern unter Kollegen trägt dazu bei, Gemeinschaft zu schaffen. Indem ich mich über Vorgesetzten XY brüskiere, vermittele ich dem zuhörenden Kollegen, dass ich ihn für vertrauenswürdig halte (zumeist im Subtext, ggf. wird aber darauf hingewiesen, dass diese Information nicht weitergegeben werden darf - hier ist das Vertrauensverhältnis noch im Aufbau, das sich später von selbst versteht). Über das Meckern werden letztlich soziale Grenzen abgesteckt: Wer ist "innen" (gehört also zum Kreis derer, über die nicht hergezogen wird), wer "außen" (also zu den Gegnern)?
Dem stimme ich zu. Es ist oft eine extreme Gradwanderung, zwar in der betreffenden "Gemeinschaft" sein zu dürfen/können und dennoch einen objektiven Abstand wahren zu können, damit man nicht "mitgerissen" wird.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: tyrannus am 07 November 2009, 01:47:57
s.u.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: tyrannus am 07 November 2009, 02:02:56
Bezüglich Essen, habe ich über Jahre 2-5 Pfeffertütchen auf das Essen der Kantinen geworfen, weil wegen der verschiedenen Geschmäcker irgendwer gedacht hat, dass es klug wäre, garkeinen Geschmack dem Essen mitzugeben.

OnT:
Gemecker ist wichtig, regt das Betriebsklima an und hält alle Mitarbeiter der verschiedenen Hierarchieebenen in einem ständigen Dialog. Ich erfreue mit meinem Gemecker die Kollegen und die Kollegen erfreuen mich.


Edit: Gemecker kommt nicht von Geschmäcker.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: Dalai_Wese am 07 November 2009, 08:54:32
Ein Vorgesetzter sagte mir mal: "Mit Arbeit kann man sich den ganzen Tag versauen."

Ich korrigiere: Mit Arbeit versaut man sich den ganzen Tag!  ;D
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: schwarze Katze am 07 November 2009, 13:22:50


Mir persönlich hat sich der Gedanke aufgedrängt, dass es offenbar zur "deutschen" Mentalität zu gehören scheint, ja vllt. sogar für viele einfach dazugehört, dass sich eben jene gern den lieben langen Tag über irgendwas aufzuregen. Da will ich mich selbst noch nicht mal gänzlich ausschließen.


Nicht unbedingt zur deutschen Mentalität, Russen meckern auch leidenschaftlich.
Ich habe so ein Gefühl, dass die Menschen durch Meckern den Frust rauslassen, der sonst in die Agression ausarten könnte.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: PlayingTheAngel am 07 November 2009, 13:55:36
OnT:
Gemecker ist wichtig, regt das Betriebsklima an und hält alle Mitarbeiter der verschiedenen Hierarchieebenen in einem ständigen Dialog. Ich erfreue mit meinem Gemecker die Kollegen und die Kollegen erfreuen mich.
Ich hatte bis jetzt ehr den Eindruck dass gerade dadurch über- und nicht miteinander gesprochen wird. Zwischen den Schichten findet also ehr kein Dialog statt.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: messie am 07 November 2009, 18:09:31
OnT:
Gemecker ist wichtig, regt das Betriebsklima an und hält alle Mitarbeiter der verschiedenen Hierarchieebenen in einem ständigen Dialog. Ich erfreue mit meinem Gemecker die Kollegen und die Kollegen erfreuen mich.
Ich hatte bis jetzt ehr den Eindruck dass gerade dadurch über- und nicht miteinander gesprochen wird. Zwischen den Schichten findet also ehr kein Dialog statt.

Ich hatte wiederum den Eindruck, dass es drauf ankommt, um wen es geht.
Wenn es über Leute anderer Abteilungen geht, dann stärkt das das Gemeinschaftsgefühl und ist wohl auch ein wenig so gedacht (zumindest unbewusst).
Wenn es um Leute derselben Abteilung geht, dann ist das einfach nur Neid und Zwietracht und schürt eher ein schlechtes Arbeitsklima, als dass es ein gutes fördert.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: schwarze Katze am 08 November 2009, 01:59:43
Wenn es um Leute derselben Abteilung geht, dann ist das einfach nur Neid und Zwietracht und schürt eher ein schlechtes Arbeitsklima, als dass es ein gutes fördert.

sowas kann dann auch leider in Mobbing ausarten
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: messie am 08 November 2009, 07:04:46
Wenn es um Leute derselben Abteilung geht, dann ist das einfach nur Neid und Zwietracht und schürt eher ein schlechtes Arbeitsklima, als dass es ein gutes fördert.

sowas kann dann auch leider in Mobbing ausarten

... jep, meist endet das auch im Mobbing.
Die andere Variante aber eher selten bis gar nicht. :)
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: Killerqueen am 08 November 2009, 22:08:55
PTA, Du sprichst mir so aus der Seele!

Das ist genau das Thema, worüber ich mir in regelmäßigen Abständen Gedanken mache, weil ich auch ständig damit konfroniert werde, da auch meine Kollegen immer wieder irgendwas zum nörgeln finden, obwohl es ihnen wirklich gut geht. Ich käme gar nicht auf die Idee, mich über meine Arbeitsstelle zu beklagen! Ich mag meinen Job, er ist - wie ich finde - durchaus gut bezahlt und auch die Sozialleistungen sind überzeugend. Und wenn ich die Kantine nicht gut finde, gehe ich eben auch mal woanders hin oder bringe mir was mit. Was erwarten die eigentlich für 2,50 zu bekommen? Ein fünf-Sterne Menue?

Warum reicht manchen Leuten einfach nichts? Uns geht es echt gut, wir sind verdammt priviligiert bei uns und trotzdem muss ich mir ständig das Gejammer über schlechte Bezahlung und die üblen Umstände bei uns anhören, was ich absolut nicht nachvollziehen kann, denn wie schon erwähnt, finde ich die Bezahlung gut und unser Arbeitsumfeld wesentlich besser als je irgendwo anders zuvor. Permanent muss man sich belabern lassen, dass andere vergleichbare Betriebe viel besser ausgerüstet wären und überhaupt auch sonst viel besser arbeiten würden. Das stimmt überhaupt nicht! Im Gegensatz zu diesen ewigen Nörglern habe ich bereits andere, vergleichbare Betriebe gesehen und feststellen müssen, dass meine jetzige Arbeitsstelle weit besser ist. Woher nehmen die sich eigentlich das Recht, über Dinge zu urteilen, von denen sie keine Ahnung haben? Da kommen sie frisch von der Uni dorthin, sehen nie irgendwas anderes und pöbeln dann permanent rum. Ich hab da keine Lust mehr drauf - mir geht das auf den Sack. Die jammern auf höchstem Niveau und kapieren es nicht mal.

Ich habe aber mittlerweile eine Tendenz festgestellt, welche Art von Menschen gerne derart Lästern: Irgendwelche einfachen "Bauern" vom Land, deren Eltern ein eher einfaches Leben haben, mit dem klassischen Model Vater mit Lehrberuf, Mutter erwerbslose Hausfrau, die jetzt meinen, weil sie studiert haben sind sie etwas viel Besseres und es müssten ihnen die gebratenen Hühner ins Maul fliegen. Weil sie ihr Leben lang immer nur eingetrichtert bekamen, dass man als Akademiker ja sowieso total überbezahlt und bevorzugt wird und dafür noch nicht mal was leisten muss - das klassische Bild eben, dass Nichtakademiker und einfache Menschen von Akademikern haben. (Thomas lässt grüßen! ;))

Ich kann das wirklich nicht verstehen. Wie unausgeglichen muss man eigentlich sein, dass man ständig an den Sackhaaren irgendwas herbeizerren muss, was man verurteilen kann? Es steht ihnen frei, den Betrieb zu wechseln - warum tun sie es nicht? (Okay, ich gebe zu, ich fände das schade, weil ich die Leute auch trotz Nörgelei mag, aber wenn ich unzufrieden bin, ändere ich die Umstände eben so lange, bis ich zufrieden bin.)
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: K-Ninchen am 09 November 2009, 00:36:19
Rummeckern macht manchmal einfach voll Spaß. Gerade, wenn man sich mal klein und irgendwie *müpfig* fühlt und es ganz schön wäre, wenn auch mal jemand anders schuld ist, sei es auch irgendjemand anonymes aus einem Nachbarbüro :) Ich meckere selber aber nur bei übertriebenem Stress oder aus Freude an der Bosheit, ansonsten eigentlich nie.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: l3xi am 09 November 2009, 14:13:51
[...]
Ich habe aber mittlerweile eine Tendenz festgestellt, welche Art von Menschen gerne derart Lästern: Irgendwelche einfachen "Bauern" vom Land, deren Eltern ein eher einfaches Leben haben, mit dem klassischen Model Vater mit Lehrberuf, Mutter erwerbslose Hausfrau, die jetzt meinen, weil sie studiert haben sind sie etwas viel Besseres und es müssten ihnen die gebratenen Hühner ins Maul fliegen. Weil sie ihr Leben lang immer nur eingetrichtert bekamen, dass man als Akademiker ja sowieso total überbezahlt und bevorzugt wird und dafür noch nicht mal was leisten muss - das klassische Bild eben, dass Nichtakademiker und einfache Menschen von Akademikern haben. (Thomas lässt grüßen! ;))
Ist das nicht ein ganz kleines bisschen stark verallgemeinert? Ich für meinen Teil hab da nämlich auch schon mit Leuten zu tun gehabt, die eben nicht aus jenen Kreisen gekommen sind und ein entsprechendes Verhalten an den Tag legen "mussten".
Zitat

Ich kann das wirklich nicht verstehen. Wie unausgeglichen muss man eigentlich sein, dass man ständig an den Sackhaaren irgendwas herbeizerren muss, was man verurteilen kann? Es steht ihnen frei, den Betrieb zu wechseln - warum tun sie es nicht? (Okay, ich gebe zu, ich fände das schade, weil ich die Leute auch trotz Nörgelei mag, aber wenn ich unzufrieden bin, ändere ich die Umstände eben so lange, bis ich zufrieden bin.)
Fragen kann man sich das je nach "Kritikpunkt" tatsächlich nur lässt sich eben nicht jeder Punkt, der einen persönlich stört, mal eben bereinigen und Arbeitsplatzwechseln ist die Tage auch nicht immer die beste Idee bzw. einfach zu realisieren. Letzteres ist dann aber wieder nen eigenständiges Thema. :)
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: BloodRayne am 09 November 2009, 15:02:04
Ich hab so das Gefühl, dass manche Leute einfach auch nur meckern, damit sie überhaupt etwas haben, worüber sie sich unterhalten können. Die regen sich dann wirklich über alles auf, aber nehmen es einfach hin und machen ihre Arbeit weiter, wie bisher.

Bei manchen Dingen, die total unlogisch sind, reg ich mich aber auch auf und es ist einfach nett sich mit Leuten darüber zu unterhalten, die in der gleichen Lage sind und es nachvollziehen können. Z.B. ist bei uns neuerdings das Trinken am Arbeitsplatz verboten. Wir sollen uns jetzt jedes Mal, wenn wir etwas trinken wollen abmelden und in die Küche gehen. Das ist verlorene Arbeitszeit, die man Abends wieder reinholen muss und ich kann es nicht nachvollziehen, wieso man seine Wasserflasche nicht auch weiter neben seinem Platz stehen lassen kann. Da dauert es dann keine 5 Min., um ein paar Schlucke zu trinken, sondern nur ein paar Sekunden. Außerdem sollen wir auch nicht soviel rumlaufen, was noch unlogischer ist, weil es jetzt ja zwangsläufig dazu kommt.

Aber stimmt schon, wenn einen wirklich alles nervt und man nur noch über alles meckert, sollte man vielleicht einfach mal überlegen, ob man an seinem Arbeitsplatz überhaupt noch sein möchte. Jeder hat, denke ich mal, die Möglichkeit seine Situation zu verändern.

Vielleicht ist es ja auch der Ausdruck einer Art Hilflosigkeit, bedingt durch zuviel Stress und man weiss nicht, wie man alles schaffen soll (Über- und Unterforderung wurde hier ja auch schon genannt).
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: l3xi am 09 November 2009, 15:24:35
[...] Z.B. ist bei uns neuerdings das Trinken am Arbeitsplatz verboten. Wir sollen uns jetzt jedes Mal, wenn wir etwas trinken wollen abmelden und in die Küche gehen. Das ist verlorene Arbeitszeit, die man Abends wieder reinholen muss und ich kann es nicht nachvollziehen, wieso man seine Wasserflasche nicht auch weiter neben seinem Platz stehen lassen kann. Da dauert es dann keine 5 Min., um ein paar Schlucke zu trinken, sondern nur ein paar Sekunden. Außerdem sollen wir auch nicht soviel rumlaufen, was noch unlogischer ist, weil es jetzt ja zwangsläufig dazu kommt.
[...]

Mein Beileid. Ich nehme mal an, für den Gang zur Toilette gilt das gleiche?
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: BloodRayne am 09 November 2009, 15:39:18
Mmh nein, aber das kommt ja vielleicht auch noch ;D Aber ich halte mich auch nicht daran.. ich hab für mich beschlossen, dass es mir zu albern ist.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: tyrannus am 09 November 2009, 16:25:31
OnT:
Gemecker ist wichtig, regt das Betriebsklima an und hält alle Mitarbeiter der verschiedenen Hierarchieebenen in einem ständigen Dialog. Ich erfreue mit meinem Gemecker die Kollegen und die Kollegen erfreuen mich.
Ich hatte bis jetzt ehr den Eindruck dass gerade dadurch über- und nicht miteinander gesprochen wird. Zwischen den Schichten findet also ehr kein Dialog statt.

Bei uns hier im Büro beim Kunden klappt das sowohl unter uns Dienstleistern als auch mit den MAs des Kunden sehr gut. Allerdings beschränkt sich das Gemecker auch nicht auf blindes Anprangern und eine Grundmotzigkeit sondern es ist immer mit sachlichen Argumenten und Verbesserungsvorschlägen gepaart (die leider sehr häufig nicht oder sehr verspätet umgesetzt werden).
Klar könnte man die Füße ruhig halten und einfach die Arbeit erledigen, man wird ja so oder so bezahlt, bzw. hat mehr Aufwand, den man einem Kunden in Rechnung stellen kann, bzw. für den man intern Arbeitszeit verplempern kann. Aber wenn potenziell Geld verbrannt wird und sei es das des Kunden, ist hier fast jeder ganz gut beim Rumpöbeln dabei.  ;D



Ich habe aber mittlerweile eine Tendenz festgestellt, welche Art von Menschen gerne derart Lästern: Irgendwelche einfachen "Bauern" vom Land, deren Eltern ein eher einfaches Leben haben, mit dem klassischen Model Vater mit Lehrberuf, Mutter erwerbslose Hausfrau, die jetzt meinen, weil sie studiert haben sind sie etwas viel Besseres und es müssten ihnen die gebratenen Hühner ins Maul fliegen. Weil sie ihr Leben lang immer nur eingetrichtert bekamen, dass man als Akademiker ja sowieso total überbezahlt und bevorzugt wird und dafür noch nicht mal was leisten muss - das klassische Bild eben, dass Nichtakademiker und einfache Menschen von Akademikern haben. (Thomas lässt grüßen! ;))

Also einer meiner Lieblings-Ex-Kollegen, seines Zeichens Dr. Diplom-Physiker und Professorenkind, war der Pöbelmeister schlechthin. Der hat sich wirklich lautstark über Sachen aufgeregt, wie: "Warum muss ich in dem System nochmal klicken, bevor ich die Bahnfahrkarte für die Dienstreise bekomme?", "Wieso haben wir in der Eistruhe nicht mehr Sorte XY?", "Die Pflanze im Essensraum steht da irgendwie doof."


aber wenn ich unzufrieden bin, ändere ich die Umstände eben so lange, bis ich zufrieden bin.
Wenn man nicht Entscheider ist, kann man nur Hinweise geben. Wenn die Hinweise ignoriert werden, sich aber potenziell viele Verbündete finden lasse, die derselben Meinung sind, kann man den Mob mit Parolen um sich scharen um seinen Hinweisen Nachdruck zu verleihen. Gemecker liegt also auf der Hand.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: Nordlicht am 09 November 2009, 16:59:38

Bei manchen Dingen, die total unlogisch sind, reg ich mich aber auch auf und es ist einfach nett sich mit Leuten darüber zu unterhalten, die in der gleichen Lage sind und es nachvollziehen können. Z.B. ist bei uns neuerdings das Trinken am Arbeitsplatz verboten. Wir sollen uns jetzt jedes Mal, wenn wir etwas trinken wollen abmelden und in die Küche gehen. Das ist verlorene Arbeitszeit, die man Abends wieder reinholen muss und ich kann es nicht nachvollziehen, wieso man seine Wasserflasche nicht auch weiter neben seinem Platz stehen lassen kann. Da dauert es dann keine 5 Min., um ein paar Schlucke zu trinken, sondern nur ein paar Sekunden. Außerdem sollen wir auch nicht soviel rumlaufen, was noch unlogischer ist, weil es jetzt ja zwangsläufig dazu kommt.

Schwachsinniger gehts ja schon fast gar nicht mehr. Duerfen die das ueberhaupt? Ich meine, man muss doch trinken duerfen ohne dass einem das von der Arbeitszeit abgezogen wird. Und wenn Du aufs Trinken verzichtest, weil Du keinen Bock hast, länger zu bleiben, musst Du dann vertrocknen?! Alter  ::) Warum können die grössten Spacken des Planeten einen der besten Menschen, den ich kenne, so scheisse behandeln?!? Ich verstehs nicht.

Was das allgemeine Gemecker angeht... kommt bei mir sehr selten vor... in allen Lebenslagen. Wenn mich etwas stört, muss ich es ändern. Mich ueber einen Kollegen aufregen oder uebers Essen oder den Autofahrer, der vor mir herkriecht etc, das sind so Sachen, die fuer mich sinnlos sind, weil das nichts ändert. Also ist das verschwendete Zeit. Es kommt aber schon mal vor, dass ich vor mich hingrummel, wenn ich 1000 Dinge gleichzeitig machen muss... das hilft dann allerdings dabei, wieder klar im Kopf zu werden ;D

Anderen Menschen geht es vielleicht ähnlich, wenn sie im Buero oder wo auch immer losmeckern... mich macht das allerdings total wahnsinnig. Juengstes Beispiel ein Mensch, der sich ne halbe Stunde ueber alle roten Ampeln aufgeregt hat. Davon werden sie auch nicht gruen ^^ Hat bei demjenigen sicher Dampf abgelassen... dafuer hatte ich dann zu viel davon ^^
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: BloodRayne am 09 November 2009, 17:47:45

Bei manchen Dingen, die total unlogisch sind, reg ich mich aber auch auf und es ist einfach nett sich mit Leuten darüber zu unterhalten, die in der gleichen Lage sind und es nachvollziehen können. Z.B. ist bei uns neuerdings das Trinken am Arbeitsplatz verboten. Wir sollen uns jetzt jedes Mal, wenn wir etwas trinken wollen abmelden und in die Küche gehen. Das ist verlorene Arbeitszeit, die man Abends wieder reinholen muss und ich kann es nicht nachvollziehen, wieso man seine Wasserflasche nicht auch weiter neben seinem Platz stehen lassen kann. Da dauert es dann keine 5 Min., um ein paar Schlucke zu trinken, sondern nur ein paar Sekunden. Außerdem sollen wir auch nicht soviel rumlaufen, was noch unlogischer ist, weil es jetzt ja zwangsläufig dazu kommt.

Schwachsinniger gehts ja schon fast gar nicht mehr. Duerfen die das ueberhaupt? Ich meine, man muss doch trinken duerfen ohne dass einem das von der Arbeitszeit abgezogen wird. Und wenn Du aufs Trinken verzichtest, weil Du keinen Bock hast, länger zu bleiben, musst Du dann vertrocknen?! Alter  ::) Warum können die grössten Spacken des Planeten einen der besten Menschen, den ich kenne, so scheisse behandeln?!? Ich verstehs nicht.

Aww (http://i21.photobucket.com/albums/b251/BloodRayne90210/Smileys/knuddelz.gif) schon okay, ich mach da ja wie gesagt nicht mit. Aber ja, theoretisch dürfen sie das (beim Abmelden bin ich mir nicht soo sicher). Und es trinken auch schon viele weniger.

Anderen Menschen geht es vielleicht ähnlich, wenn sie im Buero oder wo auch immer losmeckern... mich macht das allerdings total wahnsinnig. Juengstes Beispiel ein Mensch, der sich ne halbe Stunde ueber alle roten Ampeln aufgeregt hat. Davon werden sie auch nicht gruen ^^ Hat bei demjenigen sicher Dampf abgelassen... dafuer hatte ich dann zu viel davon ^^

Ich glaub ich weiss sogar, wen Du damit meinst ;D Ansich hast Du Recht, es ändert nichts, aber manchmal ist es schon ganz nett ein wenig Dampf abzulassen.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: messie am 09 November 2009, 18:02:11
Wow, einem das Trinken am Arbeitsplatz verbieten ist für mich nun ein neuer Punkt auf der Liste der blödsinnigsten Befehle von oben am Arbeitsplatz.
Wer sich darüber nicht aufregt, dem gehört eine ordentliche Portion Widerstandswillen eingebläut. Alles muss man sich nun wirklich nicht gefallen lassen, erst recht nichts das medizinisch unsinnig ist.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: Batgirl am 09 November 2009, 18:13:08
Wow, einem das Trinken am Arbeitsplatz verbieten ist für mich nun ein neuer Punkt auf der Liste der blödsinnigsten Befehle von oben am Arbeitsplatz.
Wer sich darüber nicht aufregt, dem gehört eine ordentliche Portion Widerstandswillen eingebläut. Alles muss man sich nun wirklich nicht gefallen lassen, erst recht nichts das medizinisch unsinnig ist.

Kommt halt schon darauf an wo man arbeitet. Gibt ja schon ein paar Arbeitsplätze wo alles steril sein muss und nicht jeder seinen Kaffeebecher mitnehmen kann. OP-Räume z.B.
Aber wenn es aus anderen Gründen als diesen verboten wird ist es wirklich unsinnig. Wo einem doch überall gesagt wird wie wichtig es ist genug zu trinken. Dafür gibt es doch aber dann auch meist einen Betriebsrat an den man sich wenden kann.
Uns werden an den heißen Sommertagen sogar extra Kästen mit Selters auf die Etagen gestellt um sich Flaschen davon mit ins Büro zu nehmen.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: messie am 09 November 2009, 18:33:28
Zitat
Gibt ja schon ein paar Arbeitsplätze wo alles steril sein muss und nicht jeder seinen Kaffeebecher mitnehmen kann. OP-Räume z.B.

Sicher, aber sich deswegen ausstempeln müssen wenn man rausgeht um was zu trinken, in Kombination damit dass man nicht zuviel rumlaufen soll? Das passt doch hinten und vorne nicht ...
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: BloodRayne am 09 November 2009, 20:01:35
Zitat
Gibt ja schon ein paar Arbeitsplätze wo alles steril sein muss und nicht jeder seinen Kaffeebecher mitnehmen kann. OP-Räume z.B.

Sicher, aber sich deswegen ausstempeln müssen wenn man rausgeht um was zu trinken, in Kombination damit dass man nicht zuviel rumlaufen soll? Das passt doch hinten und vorne nicht ...

In diesem Fall ist es ein PC-Arbeitsplatz und es kann verboten werden, da eventuell der PC durch ein umgeworfenes Glas Flüssigkeit beschädigt werden kann. Nur trink ich aus einer Wasserflasche, die ich immer zuschraube und auch nicht so, dass ich dabei direkt über der Tastatur häng (obwohl ich aus privater ;D Erfahrung weiss, dass da sowieso nicht viel passieren würde).

Ich sag ja, dass es unlogisch ist und die Gründe dafür, weshalb man soetwas anordnet, sind ein ganz anderes Thema. Deshalb kann man sich auch so gut darüber aufregen ^^
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: Killerqueen am 09 November 2009, 20:24:26
[...]
Ich habe aber mittlerweile eine Tendenz festgestellt, welche Art von Menschen gerne derart Lästern:(...)
Ist das nicht ein ganz kleines bisschen stark verallgemeinert? Ich für meinen Teil hab da nämlich auch schon mit Leuten zu tun gehabt, die eben nicht aus jenen Kreisen gekommen sind und ein entsprechendes Verhalten an den Tag legen "mussten".
Ja, das ist stark verallgemeinert bzw. ist es eben nur ein Eindruck, den ich an meiner Arbeitsstelle völlig subjektiv gewonnen habe - obwohl ich selbst vom Land und aus eher einfachen Verhältnissen stamme. Was noch zusätzlich dazu kommt, ist, dass ich in einer völlig anderen Gegend arbeite und es in Hamburg schon wieder ganz anders sein kann. Mir persönlich kommen viele Leute in Hamburg generell etwas unausgeglichener vor als woanders in Deutschland, aber das will hier immer keiner hören - daher weise ich noch einmal mit Nachdruck darauf hin, dass es sich bei dieser Aussage um eine REIN SUBJEKTIVE und PERSÖNLICHE Feststellung handelt, die sich in keiner Weise mit der tatsächlichen Situation decken muss. Es ist nur mein Eindruck. ;)
Und genauso finde ich, dass bayerische Hinterlandkaffer auch gerne unzufrieden sind und an allem rummeckern, obwohl es ihnen dank einer ausgezeichneten Wirtschaft trotz "Krise", von der ich nichts merke, echt gut geht.

Fragen kann man sich das je nach "Kritikpunkt" tatsächlich, nur lässt sich eben nicht jeder Punkt, der einen persönlich stört, mal eben bereinigen und Arbeitsplatzwechseln ist die Tage auch nicht immer die beste Idee bzw. einfach zu realisieren. Letzteres ist dann aber wieder nen eigenständiges Thema. :)
Natürlich kann man nicht jeden Kritikpunkt mal eben schnell aus der Welt schaffen, aber es geht hier ja gar nicht um "richtige" Kritikpunkte, sondern um Jammergründe für die man gar keine Lösung möchte, weil man ja sonst nichts mehr zum Jammern hat. Richtige Kritikpunkte kann man nämlich sachlich diskutieren und sie zumindest so schon mal auf den Schirm derjenigen holen, die womöglich etwas bewirken können. Aber wenn mir jemand, der grade mal ein Jahr bei einer Firma arbeitet, vorjammert, dass er so schlecht bezahlt ist und seine ganzen Kumpels viiiiiiiiel mehr verdienen, und ich mir dieselbe Leier immer und immer wieder anhören muss, dann kommt mir irgendwann die Galle hoch! Warum  hat er dann bei seiner Einstellung nicht besser verhandelt und 10000 Euro mehr verlangt? Warum hat er den Job überhaupt angenommen, wo er doch vorher wusste, dass er "völlig unterbezahlt" sein wird, wo er doch sowieso grade mitten im Bewerbungsflow war? War er etwa zu schlecht, um Ansprüche zu stellen und musste den erstbesten Job annehmen?

Da frage ich mich manchmal schon, ob ich nicht eventuell viel mehr bekomme als er, weil ich mich vorher über das Durchschnitts- und Maximalgehalt schlau gemacht habe und dann ganz dreist die Oberkante als Gehaltswunsch nannte und das nun auch bekomme? Denn ich bin zufrieden - er offensichtlich nicht, dabei dachte ich eigentlich bisher, dass er mehr bekommt als ich. Ich darf ihn ja leider nicht nach seinem Gehalt fragen.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: l3xi am 10 November 2009, 08:36:40
[...]
Ich habe aber mittlerweile eine Tendenz festgestellt, welche Art von Menschen gerne derart Lästern:(...)
Ist das nicht ein ganz kleines bisschen stark verallgemeinert? Ich für meinen Teil hab da nämlich auch schon mit Leuten zu tun gehabt, die eben nicht aus jenen Kreisen gekommen sind und ein entsprechendes Verhalten an den Tag legen "mussten".
Ja, das ist stark verallgemeinert bzw. ist es eben nur ein Eindruck, den ich an meiner Arbeitsstelle völlig subjektiv gewonnen habe - obwohl ich selbst vom Land und aus eher einfachen Verhältnissen stamme. Was noch zusätzlich dazu kommt, ist, dass ich in einer völlig anderen Gegend arbeite und es in Hamburg schon wieder ganz anders sein kann. Mir persönlich kommen viele Leute in Hamburg generell etwas unausgeglichener vor als woanders in Deutschland, aber das will hier immer keiner hören - daher weise ich noch einmal mit Nachdruck darauf hin, dass es sich bei dieser Aussage um eine REIN SUBJEKTIVE und PERSÖNLICHE Feststellung handelt, die sich in keiner Weise mit der tatsächlichen Situation decken muss. Es ist nur mein Eindruck. ;)
[...]
Da sind wir uns dann wohl einig. ;)
Fragen kann man sich das je nach "Kritikpunkt" tatsächlich, nur lässt sich eben nicht jeder Punkt, der einen persönlich stört, mal eben bereinigen und Arbeitsplatzwechseln ist die Tage auch nicht immer die beste Idee bzw. einfach zu realisieren. Letzteres ist dann aber wieder nen eigenständiges Thema. :)
Natürlich kann man nicht jeden Kritikpunkt mal eben schnell aus der Welt schaffen, aber es geht hier ja gar nicht um "richtige" Kritikpunkte, sondern um Jammergründe für die man gar keine Lösung möchte, weil man ja sonst nichts mehr zum Jammern hat. Richtige Kritikpunkte kann man nämlich sachlich diskutieren und sie zumindest so schon mal auf den Schirm derjenigen holen, die womöglich etwas bewirken können. Aber wenn mir jemand, der grade mal ein Jahr bei einer Firma arbeitet, vorjammert, dass er so schlecht bezahlt ist und seine ganzen Kumpels viiiiiiiiel mehr verdienen, und ich mir dieselbe Leier immer und immer wieder anhören muss, dann kommt mir irgendwann die Galle hoch![...]
Joa, sowas kann einem ganz schön schnell aufn Keks gehen. Bekomm ich glücklicherweise nur ganz selten mal zu hören. :)
Da frage ich mich manchmal schon, ob ich nicht eventuell viel mehr bekomme als er, weil ich mich vorher über das Durchschnitts- und Maximalgehalt schlau gemacht habe und dann ganz dreist die Oberkante als Gehaltswunsch nannte und das nun auch bekomme? Denn ich bin zufrieden - er offensichtlich nicht, dabei dachte ich eigentlich bisher, dass er mehr bekommt als ich. Ich darf ihn ja leider nicht nach seinem Gehalt fragen. [/color]
Ich dachte immer, das wird gerade in wirtschaftsorientierten Studiengängen das Einstiegsgehalt auch zumindest angesprochen wird. Unabhängig davon sollte es eigentlich offensichtlich sein, dass man sich vor den Gehaltsverhandlungen schlau macht und entsprechend der Rahmenbedingungen eh höher ansetzt. Selbst schuld kann man da eigentlich nur noch sagen.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: tyrannus am 10 November 2009, 09:05:48
Ich sag ja, dass es unlogisch ist und die Gründe dafür, weshalb man soetwas anordnet, sind ein ganz anderes Thema. Deshalb kann man sich auch so gut darüber aufregen ^^

Sei doch froh, dass es so durchgesetzt wird, es ist schließlich auch zu Deinem eigenen Schutz, als Arbeitnehmer. Ein Arbeiter am Fließband hat z.B. in der Regel keine Möglichkeit direkt dort ständig etwas zu trinken, der arbeitet ein paar Stündchen und dann ist er verpflichtet in seinen Pausenraum zu gehen, wo es schön ruhig ist und seinen "Freizeitaktivitäten" nachzugehen. Der Arbeitgeber ist verpflichtet ihm diesen Raum zur Verfügung zu stellen und dafür zu sorgen, dass er diese Pausen auch nimmt. Das mag einem Schreibtischtäter merkwürdig vorkommen, aber ich wäre eigentlich ganz froh, wenn es so bei uns auch wäre. Von dem ständigen am Platz zwischendurch was trinken und evtl. sogar eine kleine Mahlzeit einnehmen würde ich eine Richtige Pause häufig vergessen, wenn mich die Kollegen nicht abholen würden.

Wenn es dem Arbeitgeber nur um die verschenkte Arbeitszeit geht:
Der Gang zur Stechuhr, bzw. das Eintragen der Abwesenheit ist auch Arbeitszeit.  ;)

Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: l3xi am 10 November 2009, 09:40:26
[...]
Wenn es dem Arbeitgeber nur um die verschenkte Arbeitszeit geht:
Der Gang zur Stechuhr, bzw. das Eintragen der Abwesenheit ist auch Arbeitszeit.  ;)
Das macht es für "nen Schluck Wasser" nur noch beknackter. Wir reden hier schließlich von nem Bürojob und nicht vom Arbeiten am Fließband.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: SoylentHolger am 10 November 2009, 09:44:31
Ich dachte immer, das wird gerade in wirtschaftsorientierten Studiengängen das Einstiegsgehalt auch zumindest angesprochen wird.
Aber sie ist doch in eher im Ingenieursumfeld zu Hause  :)  Da habens wohl einige nicht so mit dem Verhandlungsgeschick ;)
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: l3xi am 10 November 2009, 09:47:27
Ich dachte immer, das wird gerade in wirtschaftsorientierten Studiengängen das Einstiegsgehalt auch zumindest angesprochen wird.
Aber sie ist doch in eher im Ingenieursumfeld zu Hause  :)  Da habens wohl einige nicht so mit dem Verhandlungsgeschick ;)
Das wäre dann wohl mal nen Punkt, um den sich die FSR der betreffenden Unis/Studiengänge, kümmern könnten - ein Seminar über "Wie verhandle ich mein Einstiegsgehalt optimal" in den Lehrplan integrieren lassen.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: messie am 10 November 2009, 09:58:12
Ganz ehrlich? - Was die Geschichte "Einstiegsgehalt" betrifft, könnte das ruhig mal in die Schul- bzw. Studienpläne 'rein. Viel braucht es ja nicht, aber notwendig ist es m.E. schon, denn dann a) würden sich nicht mehr so viele ausbeuten lassen und b) ist es in der Tat nicht mal eben einfach herauszufinden, wo denn hier die "obere Grenze" pro Branche ist. Nicht immer gibt es schöne Statistiken, die das aufbereiten.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: tyrannus am 10 November 2009, 10:00:36
[...]
Wenn es dem Arbeitgeber nur um die verschenkte Arbeitszeit geht:
Der Gang zur Stechuhr, bzw. das Eintragen der Abwesenheit ist auch Arbeitszeit.  ;)
Das macht es für "nen Schluck Wasser" nur noch beknackter. Wir reden hier schließlich von nem Bürojob und nicht vom Arbeiten am Fließband.

Ja, aber dann ist es nicht mehr Dein Problem, sondern das des Arbeitgebers, wenn er es so haben möchte.  :)
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: l3xi am 10 November 2009, 10:17:52
Ganz ehrlich? - Was die Geschichte "Einstiegsgehalt" betrifft, könnte das ruhig mal in die Schul- bzw. Studienpläne 'rein. Viel braucht es ja nicht, aber notwendig ist es m.E. schon, denn dann a) würden sich nicht mehr so viele ausbeuten lassen und b) ist es in der Tat nicht mal eben einfach herauszufinden, wo denn hier die "obere Grenze" pro Branche ist. Nicht immer gibt es schöne Statistiken, die das aufbereiten.
Das würde doch dann aber die angehenden Arbeitnehmer in den betreffenden Verhandlungen stärken => Teufelszeug und so...

Ich glaub, das wird noch dauern bis dieser Inhalt in die Lehrpläne in der Form aufgenommen wurde, dass es den Schülern/Studenten auch wirklich nützt.
[...]
Wenn es dem Arbeitgeber nur um die verschenkte Arbeitszeit geht:
Der Gang zur Stechuhr, bzw. das Eintragen der Abwesenheit ist auch Arbeitszeit.  ;)
Das macht es für "nen Schluck Wasser" nur noch beknackter. Wir reden hier schließlich von nem Bürojob und nicht vom Arbeiten am Fließband.

Ja, aber dann ist es nicht mehr Dein Problem, sondern das des Arbeitgebers, wenn er es so haben möchte.  :)
Aus Sicht des Arbeitnehmers, der die "verlorene Zeit" des Trinkens wieder nacharbeiten darf, ist das ggf. auch nen "Problem". Ich für meinen Teil jedenfalls bin froh, mich damit nicht rumärgern zu müssen.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: l3xi am 10 November 2009, 11:11:41
Ich glaub, das wird noch dauern bis dieser Inhalt in die Lehrpläne in der Form aufgenommen wurde, dass es den Schülern/Studenten auch wirklich nützt.

Verhandlungen und Vorstellungsgespräche gibt es bereits als Inhalt an einigen Hochschulen.
Okay, das wusst ich nicht. ^^
Bei Gehaltsverhandlungen im Speziellen kann man natürlich keine Garantie geben, dass die vermittelten Methoden im jeweiligen Fall richtig ausgewählt und angewandt werden, ergo zum gewünschten Erfolg führen.
Jede Gehaltsverhandlung ist ja in hohem Maße von den Personen, dem Unternehmen, der Wirtschaftslage, der Situation abhängig.
Ich bin auch eher vom Training selbst - also dem Üben vom Ablauf ausgegangen. Sprich, nicht, dass denen nu gesagt wird "hey, unter 100k im Jahr braucht ihr gar nicht verhandeln.", sondern eher Möglichkeiten aufzeigen, wie man sich die nötigen Infos so überall zusammensuchen kann.
Da aber viele Menschen gern andere dafür verantwortlich machen, wenn sie was in den Grundsätzen gelernt haben, aber es dann nicht situationsadäquat anwenden, machen wohl die meisten Dozenten um dieses spezielle Thema einen Bogen. Wer möchte schon verklagt werden?
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das jmd seine Uni verklagt, weil laut Skript gesagt wurde "Ihr könnt unter optimalen Bedingungen ... € Jahresgehalt als Einstiegsgehalt verdienen. Das muss aber nicht der Fall sein.". Zumal sowas doch sicher auch rechtlich irgendwo ausgeschlossen werden kann, oder gibts da auch wieder so ne "kleine" Grauzone?

Von nem Bekannten weiß ich, dass "früher" mal Wirtschaftsinformatikern (er selbst hatte das hier in Hamburg studiert) im Bezug auf das Einstiegsgehalt die eine oder andere grobe Zahl als Richtung genannt wurde. Ich weiß aber nicht, ob das jetzt auch noch so ist.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: tyrannus am 10 November 2009, 11:53:33
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das jmd seine Uni verklagt, weil laut Skript gesagt wurde "Ihr könnt unter optimalen Bedingungen ... € Jahresgehalt als Einstiegsgehalt verdienen. Das muss aber nicht der Fall sein.". Zumal sowas doch sicher auch rechtlich irgendwo ausgeschlossen werden kann, oder gibts da auch wieder so ne "kleine" Grauzone?
"Ich habe es verkackt, Papis Anwalt wird es schon richten." ist heute in vielen Bereichen eines universitären Hochschulstudiums verbreitet.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: Killerqueen am 10 November 2009, 20:45:13
Ich dachte immer, das wird gerade in wirtschaftsorientierten Studiengängen das Einstiegsgehalt auch zumindest angesprochen wird. Unabhängig davon sollte es eigentlich offensichtlich sein, dass man sich vor den Gehaltsverhandlungen schlau macht und entsprechend der Rahmenbedingungen eh höher ansetzt. Selbst schuld kann man da eigentlich nur noch sagen.
Genau! Das denke ich mir da auch. Dann braucht er aber auch nicht rumheulen. ;)

Bei wirtschaftlich orientierten Studiengängen kann es schon sein, dass mögliche Gehälter schon während des Studiums angesprochen werden. Da ist es auch einfacher, weil das Studienziel meist eindeutig ist. Wenn man aber einen interdisziplinären, naturwissenschaftlichen Branchenzweig belegt, der irgendwie zwischen allem steht und in dem eine ziemlich auseinanderklaffende Range von Gehältern möglich ist, wird das schon schwieriger. Dann muss man sich eben zu helfen wissen.

Ganz ehrlich? - Was die Geschichte "Einstiegsgehalt" betrifft, könnte das ruhig mal in die Schul- bzw. Studienpläne 'rein. Viel braucht es ja nicht, aber notwendig ist es m.E. schon, denn dann a) würden sich nicht mehr so viele ausbeuten lassen und b) ist es in der Tat nicht mal eben einfach herauszufinden, wo denn hier die "obere Grenze" pro Branche ist. Nicht immer gibt es schöne Statistiken, die das aufbereiten.
Das halte ich für Blödsinn. Insbesondere für Studienabgänger gibt es durchaus wunderbar aufbereitete Statistiken aus weitestgehend verlässlichen Quellen, die jeder ohne Probleme im Internet einsehen kann. Ganz ehrlich, wenn ein Student nicht fähig ist, diese Sache, die ja in seinem eigenen Interesse ist, nicht selbst zu recherchieren (was in etwa 15-30 min dauert), hat er auch keinen Hochschulabschluss und auch keine gutbezahlte Stelle verdient. Dann ist er nämlich ne faule Sau. ;)

Ich bin auch eher vom Training selbst - also dem Üben vom Ablauf ausgegangen. Sprich, nicht, dass denen nu gesagt wird "hey, unter 100k im Jahr braucht ihr gar nicht verhandeln.", sondern eher Möglichkeiten aufzeigen, wie man sich die nötigen Infos so überall zusammensuchen kann.
Das klingt schon sinnvoller. Aber ich finde trotzdem, dass das kein Pflichtfach sein sollte, denn nicht jeder hat das nötig. Und wenn man schon soweit ist, könnte man auch gleich noch einen Kurs in Händewaschen-nach-dem-Toilettengang anbieten. Finde ich auch sinnvoll! Will sagen: die Uni kann nicht alles Abdecken und kann ein gewisses Maß an Lebensfähigkeit und Eigenständigkeit erwarten. Ein vergünstigter VHS-Kurs würde sicherlich genügen. ;)

"Ich habe es verkackt, Papis Anwalt wird es schon richten." ist heute in vielen Bereichen eines universitären Hochschulstudiums verbreitet.
Das merkt man ja schon an den vielen "Einklägern". Früher kannte ich sowas gar nicht, heute ist es schon normal geworden, dass sich mindestens 10% der Studenten einklagen.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: messie am 11 November 2009, 00:48:23
Zitat
Insbesondere für Studienabgänger gibt es durchaus wunderbar aufbereitete Statistiken aus weitestgehend verlässlichen Quellen, die jeder ohne Probleme im Internet einsehen kann.

Ich denke da auch weniger an Studierende großer Studiengänge, sondern jene kleinerer, sowie an Schüler von Gymnasien.
Denn just auf Letzteren werden die Leute -meine Erfahrung- NUR auf eine wissenschaftliche Laufbahn vorbereitet, sonst aber auf rein gar nix. Bewerbungstraining? - Fehlanzeige! Wie man sich für einen Studienplatz bewirbt gibt's noch und nöcher Infoveranstaltungen an Gymnasien, was aber Ausbildungsplätze, ganz normale Jobs, FSJ, etc. pp. angeht, sind just Gymnasien stark unterrepräsentiert.

Natürlich kann und sollte das auch jeder selbst machen. Nur finde ich es auch nicht mehr zeitgemäß, "Abi = Studium" in den Lehrplänen vorgebetet zu bekommen, nachdem man für alle möglichen Berufe heutzutage bereits Abitur benötigt. Inzwischen machen schon lange nicht mehr alle ihr Abi, um später zu studieren.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: Killerqueen am 11 November 2009, 21:49:25
Ich denke da auch weniger an Studierende großer Studiengänge, sondern jene kleinerer,
Mit etwas Grips, lässt sich eine deutliche Tendenz auch für weniger "typische" Studiengänge selbst erschließen. Ich bin selbst Inhaberin eines Hochschulabschlusses in einem winzigen und nie erwähnten Studiengang und konnte mich trotzdem schlau machen. Außerdem gibt es mittlerweile für fast alles irgendwelche Austausch-Foren (rau im Ton oder nicht, moderiert oder nicht ;)), in denen man von bereits im Beruf stehenden Leuten anonym Infos uns Tipps bekommt.

Denn just auf Letzteren werden die Leute -meine Erfahrung- NUR auf eine wissenschaftliche Laufbahn vorbereitet, sonst aber auf rein gar nix.
Das wurde ich an der Realschule auch nicht. Sowas muss man nämlich auch schon als Schüler eigeninitiativ machen. Da geht man ins BIZ des Arbeitsamtes und macht einen Termin. Dort kriegt man dann Tipps bis zum Erbrechen und stellt dann letztendlich fest, dass es im Wunschberuf sowieso für die nächsten 500 Jahre keine Ausbildungsstellen mehr gibt und geht dann lieber doch Studieren... Oh, ich schweife ab.  ;)
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: messie am 11 November 2009, 23:43:25
Zitat
Da geht man ins BIZ des Arbeitsamtes und macht einen Termin.

Oje ... gerade das BIZ habe ich als Hilfe in gaaanz schlechter Erinnerung. Da beteten sie einem grade mal die existierenden Ausbildungsberufe vor und taten so, als gäbe es gar keine anderen Berufe. "Was Wirtschaftliches machen? Ok ... mal sehn ... Bankkaufmann wäre doch ganz nett, oder studieren Sie halt BWL oder VWL". "Was anderes gibt's nicht?" - "Nein, alles andere hat beruflich keine Perspektive."  Jaaa, klaaar ... ;)

Eigeninitiative ist natürlich ein gutes Stichwort. Exakt diese ist, wenn man noch völlig orientierungslos ist was aus einem werden soll, so eine Sache ... mit 19 bzw. (Realschule) 16 nehme ich nur sehr wenigen ab dass sie schon eine recht genaue Vorstellung haben, was so ihr Ding sein könnte.
Ein paar qualifizierte Anstubser sind da schon sehr sinnvoll. Und sei es auch nur, um diverse Fachbegriffe um die Ohren gehauen zu bekommen, anhand derer man dann seine Internetrecherche starten kann, um in den Kaninchenbau der beruflichen Möglichkeiten einzusteigen. :)
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: tyrannus am 12 November 2009, 00:15:56
... mit 19 bzw. (Realschule) 16 nehme ich nur sehr wenigen ab dass sie schon eine recht genaue Vorstellung haben, was so ihr Ding sein könnte.

Manche Menschen haben ihr ganzes Leben lang davon keine Vorstellung. Aber wenn ich die Bankkaufleute in den Einzelberatungsgesprächen und die Damen und Herren des mittleren Dienstes in den Ortsämtern in ihrer 10+ Jahren Lebensunbekümmertheit sehe, glaube ich, dass das nicht schlimm ist. Eine meiner Tanten wurde auch mit 15 ins Bankengewerbe geschickt, "Kind, das ist doch was, mach das mal", und hat gute Chancen ein 50. Dienstjubiläum zu erleben.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: PlayingTheAngel am 12 November 2009, 08:06:29
Eigeninitiative ist natürlich ein gutes Stichwort. Exakt diese ist, wenn man noch völlig orientierungslos ist was aus einem werden soll, so eine Sache ... mit 19 bzw. (Realschule) 16 nehme ich nur sehr wenigen ab dass sie schon eine recht genaue Vorstellung haben, was so ihr Ding sein könnte.
Das finde ich aber auch! Damals in der Schule (Realschule) gab es leider keinen Lehrer mit einer gewissen Ausstrahlung der uns mal grob die beruflichen Möglichkeiten und den Weg dorthin schmackhaft gemacht hat. Einmal haben wir im Gemeinschaftskundeunterricht eine Praktikumswoche gemacht bei der Alle in einem örtlichen Betrieb eine Woche untergebracht war. Ich war damals in der örtlichen VW-Werkstatt ;)

Daß auch ein Studium eine interessante Möglichkeit ist, welche Chancen das eröffnet usw... wurde mit keinem Wort angesprochen. Eigentlich schade und wahrscheinlich von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich. Evtl. schien das damals, anfang/mitte der Neunziger auch nicht ganz so wichtig wie heute in einer Leistungsdruckgesellschaft. Da sah man den typischen Realschüler eben im örtlichen Metallbetrieb, Autohaus, usw... unterkommen.

Ich habe aber mittlerweile eine Tendenz festgestellt, welche Art von Menschen gerne derart Lästern: Irgendwelche einfachen "Bauern" vom Land, deren Eltern ein eher einfaches Leben haben, mit dem klassischen Model Vater mit Lehrberuf, Mutter erwerbslose Hausfrau, die jetzt meinen, weil sie studiert haben sind sie etwas viel Besseres und es müssten ihnen die gebratenen Hühner ins Maul fliegen.
Interessant ! Meine Feststellung war ehr daß die Dauer-Meckerer sich über sämtliche Schichten verteilen, und auch hochintelligente Menschen aus einem stabilen und gefestigten Umfeld manchmal ganz gezielt negative Stimmung machen. Aber ein Stück weit hast du Recht, viele Meckerer waren ehr einfach gestrickte Menschen oder Menschen die sowieso mit sich und ihrer Umwelt dauer-unzufrieden sind.
Ich habe den persönlichen Eindruck daß gerade Menschen die lieblos aufgewachsen sind/erzogen wurden sehr durch gemeckere auffallen. Solche Typen schreien dann nach Anerkennung weil sie unter schlimmen Minderwertigkeitskomplexen leiden. Und weil ihnen nichts konstruktives/positives einfällt wird dann aus einer Mücke ein Elefant gemacht um sich dann über den tollpatschigen Elefanten aufregen zu können und Aufmerksamkeit zu bekommen.

... bei uns neuerdings das Trinken am Arbeitsplatz verboten. Wir sollen uns jetzt jedes Mal, wenn wir etwas trinken wollen abmelden und in die Küche gehen. Das ist verlorene Arbeitszeit, die man Abends wieder reinholen muss...
Das ist ja ein Ding! Gab es denn in der Vergangenheit "Wasserschäden" an eurer Computereinrichtung ? Ich finde das sinnlos weil der durchschnitts-büroangestellte ja gar nicht 100% seiner Zeit arbeitet, sondern sowieso einige Pausen macht, teilweise sehr viel im Internet surft, oft auch privat telefoniert usw... Die effektive Arbeitsgeschwindigkeit - und Menge gibt sich der Büroangestellte dadurch ja (in Grenzen) selbst vor. Für den Chef sieht es natürlich immer so aus als sei der Angestellt fleissig ;) Was machen da dann die 5 Minuten fürs trinken (und wegbringen) im Verhältnis zu der Zeit aus in denen Herr X dann "zur Strafe" oder aus mangelnder Motivation Minesweeper spielt ? Wer sich das wohl ausgedacht hat ?!
(Jetzt meckere ich auch schon darüber ;))
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: Bombe am 12 November 2009, 08:35:45
Ich habe den persönlichen Eindruck daß gerade Menschen die lieblos aufgewachsen sind/erzogen wurden sehr durch gemeckere auffallen. Solche Typen schreien dann nach Anerkennung weil sie unter schlimmen Minderwertigkeitskomplexen leiden.

Muss eigentlich jeder ständig den Hobbypsychologen raushängen lassen? Das widert mich an. :(
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: SoylentHolger am 12 November 2009, 08:48:08
Ich habe den persönlichen Eindruck daß gerade Menschen die lieblos aufgewachsen sind/erzogen wurden sehr durch gemeckere auffallen. Solche Typen schreien dann nach Anerkennung weil sie unter schlimmen Minderwertigkeitskomplexen leiden.

Muss eigentlich jeder ständig den Hobbypsychologen raushängen lassen? Das widert mich an. :(



*rotfl*


WIN!!!   ;D


You made my day!!!
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: PlayingTheAngel am 12 November 2009, 08:54:22
Ich habe den persönlichen Eindruck daß gerade Menschen die lieblos aufgewachsen sind/erzogen wurden sehr durch gemeckere auffallen. Solche Typen schreien dann nach Anerkennung weil sie unter schlimmen Minderwertigkeitskomplexen leiden.

Muss eigentlich jeder ständig den Hobbypsychologen raushängen lassen? Das widert mich an. :(
Aha! Da meldet sich schon der erste Kandidat der sich angegriffen fühlt und jetzt meckert :D
Das ging aber schnell!
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: t_g am 13 November 2009, 13:36:13
Ich würde jetzt mal gerne auf das ur-ur-Ursprungstopic zurück kommen und mal erwähnen, dass es auch anders geht. Heute gab es ein wiener Schnitzel mit Kartoffeln, Brockoli-Gemüse und als Nachtisch eine sehr deliziöse Schüssel Milchreis für zusammen 3,15 €. Danke, Kochwerk Alster.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: sober am 13 November 2009, 15:09:30
Hmm, das mit dem Trinken sollte ich hier auch einführen ;)


Zum Thema Einstiegsgehalt... Wärend meiner Ausbildung wurde uns sehr wohl erzählt, was so gängige Preise sind in der Branche. Das waren aber Zahlen die selbst über den gängigen .com-Preisen lagen und daher so derbe überzogen waren, dass ich sicher bin, einige damit mehr auf die Schnautze gefallen sind, als sich einfach mal zu informieren...

Mal Ehrlich. Vor einigen Jahren hätte ich den Einwand verstanden. Aber heute? Es gibt mittlerweile zu fast jedem Berufszweig Gehaltstabellen im Netz, wo man sich informieren kann. Die Tabellen sollte man vergleichen und mit einem minimalen Verstand nachdenken, dass ein Riesenkonzern wohl eher am oberen, ein kleinerer Laden eher am unteren Ende zu finden ist. Über mangelnde Information über Gehälter kann man sich eigentlich nicht beschweren. Was zählt ist auch nicht der erste Preis den mal sagt, sondern wie man ihn sagt. Wenn mir jemand sagt: "Ich hätte gern X, wenn das nicht zu viel ist, sonst auch gerne weniger", wär ich doch doof, wenn ich sage: klar, hier hast du X. Wenn jemand sagt, "Ich find meine Arbeit ist X wert" und damit leben kann, dass es mir zu viel ist, aber wir beide bereit sind zu reden, dann kommt sowohl für den AG als für den AN ein Positives Ergebniss bei rum.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: l3xi am 13 November 2009, 15:18:19
Zum Thema Einstiegsgehalt... Wärend meiner Ausbildung wurde uns sehr wohl erzählt, was so gängige Preise sind in der Branche. Das waren aber Zahlen die selbst über den gängigen .com-Preisen lagen und daher so derbe überzogen waren, dass ich sicher bin, einige damit mehr auf die Schnautze gefallen sind, als sich einfach mal zu informieren...

Mal Ehrlich. Vor einigen Jahren hätte ich den Einwand verstanden. Aber heute? Es gibt mittlerweile zu fast jedem Berufszweig Gehaltstabellen im Netz, wo man sich informieren kann. Die Tabellen sollte man vergleichen und mit einem minimalen Verstand nachdenken, dass ein Riesenkonzern wohl eher am oberen, ein kleinerer Laden eher am unteren Ende zu finden ist. Über mangelnde Information über Gehälter kann man sich eigentlich nicht beschweren.
Das Thema - Gehaltstabellen/Übersichten im Netz ist so ein kleines bisschen zwiespältig. Denn nicht für jede Branche wirst da fündig. Erst recht nicht, wenn die Einstiegsgehälter stark regional und vor allem auch von Jahr zu Jahr schwanken. Wenn ich das bei mir und meinem Gespräch mit dem Chef betrachte; ich hab in Bezug auf meinen 3er Abschluss und das, was so Klassenkameraden in Ihren Betrieben vorgeschlagen bekommen haben, echt ein überdurchschnittlich gutes Einstiegsgehalt bekommen. Grund hierfür war auch, dass die studentischen Aushilfen bei uns recht gut bezahlt wurden (was ja offiziell nicht unter Kollegen kommuniziert werden durfte). Zur Vorbereitung hab ich auch geschaut, aber für den Raum Hamburg/Niedersachsen gab es da (Februar 07) erstaunlich wenig statistisch verwertbares Material. Das sah für Bayern, BaWü oder Berlin ganz anders aus. So einfach aufs Internet abwälzen geht da leider nicht immer. :/
Was zählt ist auch nicht der erste Preis den mal sagt, sondern wie man ihn sagt. Wenn mir jemand sagt: "Ich hätte gern X, wenn das nicht zu viel ist, sonst auch gerne weniger", wär ich doch doof, wenn ich sage: klar, hier hast du X. Wenn jemand sagt, "Ich find meine Arbeit ist X wert" und damit leben kann, dass es mir zu viel ist, aber wir beide bereit sind zu reden, dann kommt sowohl für den AG als für den AN ein Positives Ergebniss bei rum.
Diese Grundhaltung im Gespräch, wenn das Gehalt verhandelt wird, ist es, was meiner Meinung nach immo bei den betreffenden Personen in der Vorbereitung zu kurz kommt. Entweder, die werden total blauäugig/naiv oder total überheblich auf die Arbeitswelt losgelassen. Die Gruppe dazwischen ist nach meinem momentanen Empfinden verdammt klein.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: Bombe am 13 November 2009, 15:29:44
Entweder, die werden total blauäugig/naiv oder total überheblich auf die Arbeitswelt losgelassen. Die Gruppe dazwischen ist nach meinem momentanen Empfinden verdammt klein.

Die „gesunde Mitte“ gibt es ja auch nur noch rechnerisch, weil die Extreme auf beiden Seiten so groß sind, das ist wahrlich nicht auf Bewerber im beruflichen Umfeld beschränkt.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: sober am 13 November 2009, 16:33:19
Diese Grundhaltung im Gespräch, wenn das Gehalt verhandelt wird, ist es, was meiner Meinung nach immo bei den betreffenden Personen in der Vorbereitung zu kurz kommt. Entweder, die werden total blauäugig/naiv oder total überheblich auf die Arbeitswelt losgelassen. Die Gruppe dazwischen ist nach meinem momentanen Empfinden verdammt klein.
Das mag sein, aber Schule und Studium sind doch vorallem um dir fachliche Kompetenz anzueignen. Soziale Skills lernst du im sozialen Umfeld (also aufm Schulhof) durch try&error, sowie im Elternhaus. Wenn die Eltern an der Stelle versagen (und das tun sie derzeit wohl scheinbar nicht nur da), dann kann man das nicht auch noch auf den viel zu unterbesetzten Lehrkörper abschieben.
Titel: Re: Rumgemeckere im Betrieb
Beitrag von: messie am 13 November 2009, 18:35:38
Zitat
Wenn die Eltern an der Stelle versagen (und das tun sie derzeit wohl scheinbar nicht nur da), dann kann man das nicht auch noch auf den viel zu unterbesetzten Lehrkörper abschieben.

Ich denke schon dass man kann, da es keines großen Aufwands bedarf, um sie weiterzutragen. Das alles ließe sich an einem einzigen Tag mit einem Umfang von 6 bis 8 Stunden (und das ist noch viel geschätzt) umsetzen, jeweils für die Abschlussklasse an Hauptschule, Realschule und Gymnasium.
Eltern sind gerade hierfür weniger geeignet, denn mal ehrlich: Wann haben diese denn ihre Erfahrungen bezüglich Vorstellungsgesprächen und Gehaltsverhandlungen hinter sich? Das ist mal eben 20-30 Jahre her, vielleicht noch deutlich länger. Auf diese Erfahrungen zurückzugreifen ist ungefähr so sinnvoll wie nach einem Knigge aus den 60ern Benimm zu lernen. ;)

Diese Art soziale Skills jedenfalls finde ich deutlich sinnvoller zu lernen als wie man es verhindert, nicht mehr am Arbeitsplatz zu meckern. Solange jene Meckerei nicht überhand nimmt und vor allem gegen niemanden persönlich geht, ist es letztlich ja doch eher Randerscheinung im Betrieb. Jene, wie man im Vorstellungsgespräch eine gute Figur macht und worauf man zu achten hat hingegen kann das gesamte Leben beeinflussen.