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9/11 2004-Tränen am Ground Zero

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messie:
hehe.. *chipshol und weiter zuguck*

wenn ich nu grade nich auf Arbeit wäre, hätte ich sicher schon mehr geschrieben ...

So aber sach ich nur: Hey, lasst doch biserka machen, wenn sie glaubt dass Trauer um 9/11 angesagt ist, soll sie doch... aber ich hätte mir gewünscht, dass es einen entsprechenden Thread der Trauer zu dem Terroranschlag in der Schule in Russland gegeben hätte, denn von der Intention der Terroristen her sind beide Anschläge durchaus vergleichbar.

Aber gut, gibbet nicht, das .. ich finde beides schlimm, viel schlimmer aber noch, dass die USA ständig Kriege anzetteln (wie war das nochmal? Die USA haben in ihrer Geschichte in 92 (?) Kriege verwickelt, wovon sie nur zwei nicht begonnen haben - den 1.WK und den 2...), Unschuldige in den Tod stürzen, Krankenhäuser wie Lazarettstädte bombardieren und dergleichen Unsägliches mehr.

Insofern lasse ich die Kirche im Dorf: Trauer um die Opfer des WTC-Anschlages ist legitim, aber das was passiert ist,  ist eben nicht schlimmer als viele andere menschengemachten Unglücke auch. Ich trauere, wenn überhaupt, um jene, die zeitnah umgekommen sind - und halt nicht unbedingt um etwas, das bereits 3 Jahre her ist.

Jinx:
@Biserka:


--- Zitat ---Hey, ich kann es doch vorschlagen. Und ich kann mich aufregen soviel ich will, wenn dieser Thrad vermüllt wird. Und das mache ich auch !
Das ist mein RECHT !
--- Ende Zitat ---


Ja, klar. Aber jemand wie Du, der sich im SSV-Thread grob und unsensibel über die legitimen Wünsche diverser UserInnen hinweggesetzt hat, braucht sich nicht zu wundern.

Sicher, sicher.
Vermüllte Threads kenne ich auch (Stichwort: weibliches Selbstverständnis). So isses nunmal in einem Forum, wo jede/r Schreibrecht hat. Letzteres finde ich gut, dazu stehe ich, da nehme ich auch gerne vermüllte Threads in Kauf. Ich gehe die Leute dann zwar an, aber damit müssen die dann leben (oder auch nicht, siehe Candide).



--- Zitat ---Es lebe die Meinungsfreiheit.
--- Ende Zitat ---


jawohl. Ich äußere jetzt mal meine Meinung:

der 9.11. war eine Tragödie. Amerika hat das Geld und den Einfluß, diese Tragödie medienwirksam auszuschlachten bis zum Exzess. Andere Völker / Länder haben das nicht. Afghanistan war 10 Jahre lang eine humanitäre Katastrophe. Als dann unersetzliche Kulturgüter zerstört wurden, horchte die Welt mal auf. Da fielen dann auch mal solche Worte wie "Steinigung" oder es wurden Tatsachen erwähnt, z.b. das Mädchen Finger abgeschnitten wurden, weil die Nägel lackiert waren. Oder das Frauen der Weg zur Bildung, über den sich hier jeder Schüler beschwert, total versperrt war. Vorher interessierte das kein Schwein. Der Iran schon eher (das gute Öl...). Nur: selbst zur Blüte des dortigen Ayatollah-Regimes war es nie so wie in Afghanistan. Niemals so schlimm.
Und dann Afrika: die haben gar kein Geld. Im Sudan stirbt ein Volk still vor sich hin. Eine humanitäre Katastrophe.

So, und nun reg' Dich auf: ich habe Deinen Thread vermüllt und mich über Deine Wünsche grob hinweggesetzt. Letzteres dürfte Dir von Deiner eigenen Handlungsweise her bestens bekannt sein.

KainsRache:
9.11: Ich war schockiert, als ich die Bilder von den einstürzenden Türmen sah, als ich die Menschen sah, die sich in blinder Todesangst aus den Fenstern stürzten, als ich die Angst und Verzweiflung in den Augen der Menschen sah, die das miterleben mussten, als ich die Tränen der Angehörigen sah.
Und ja, ich habe um die Menschenleben getrauert, die dort so sinnlos verschwendet wurden, einfach ausgelöscht aufgrund politischer Zänkereien. Ich habe ebenfalls mit den Angehörigen gefühlt und konnte deren Verzweiflung gut verstehen. Und ja - auch ich als Nicht-Christ habe gebetet.

Heute denke ich nur noch an die Angehörigen, wenn ich von dieser Tragödie höre. An die Leute, die Verwandte, Freunde, Familie verloren haben und wahrscheinlich niemals vergessen werden, was damals geschah. Ich denke an die Leute, die vielleicht ein Leben lang den Gedanken an diesen Anschlag nicht aus dem Kopf bekommen werden.
Aber ich trauere nicht mehr, dazu ist es zu lange her und dazu betrifft es mich zu wenig.


Ich bekomme beileibe nicht alles mit, wo Menschen sterben. Das ist auch ganz gut so, sonst würde ich wahrscheinlich das Klischee der Gothics vollkommen erfüllen und 24/7 nur mit verheulten Augen depressiv in irgendeiner Ecke hocken. Wenn ich etwas mitbekomme, wo Menschen sterben, trauere ich. Ich trauere in diesem Moment, bis die Trauer von alleine aufhört nach einiger Zeit. Ich trauere nicht weil diese Menschen gestorben sind - das tun sie sowieso irgendwann, das liegt nunmal in unserer Natur. Zudem sehe ich im Tod ansich nichts weiter schlimmes.
Ich trauere vielmehr darum, dass dadurch vorzeizig vielen Menschen die Möglichkeit genommen wird, etwas zu verändern, dass andere Menschen nicht mehr die Möglichkeit haben, diese nun verstorbenen Individuuen kennenzulernen.

Daher: Mein Beileid für die Angehörigen (welche das zwar nicht lesen werden, aber der gute Wille zählt bekanntlich auch), aber bei mir kommt momentan nichts anderes als Erinnerungen hoch.

TheFlyingDragon:
Mahlzeit erstmal...

also erstmal zum Thema 9/11...:

Ich war kurz vor dem Anschlag grade mal ein paar Tage wieder zurück in Deutschland aus NY.
Ich war grade in einem Hotel in Bremen angekommen, als ich den Fernseher einschaltete und ein wenig am Laptop aufbereiten wollte.
Plötzlich wurde irgendso eine Talk-Show oder was da lief unterbrochen, und ich sah Rauch aus einem der Türme aufsteigen.
Man ging immer noch von einem tragischen Unfall aus zu dem Zeitpunkt.
Ich rief gleich 'nen amerikanischen Kollegen an der glücklicherweise grade Urlaub hatte. Wir trafen uns dann im Bremer Hauptbahnhof, weil dort gegenüber eines Cafés eine Monitorleinwand hängt über die man das Geschehen verfolgen konnte. Er hatte dann auch erst durch mich davon erfahren.

Im Laufe des Tages wurde dann klar, dass etliche Kollegen unter den Trümmern für immer begraben wurden. Wir besassen Büros in einigen Etagen des WTC.
In der Zeit danach sanken die Aktien unserer Firma beträchtlich, da die Anleger befürchteten man würde sich nicht erholen von dem Anschlag, was daraufhin einen enormen Gewinn-Verlust darstellten. Aus diesem Grunde wurden dann innerhalb von ungefähr 6 Monaten ca 20 000 Mitarbeiter weltweit gekündigt um den Fortbestand der Firma zu gewährleisten.
So in etwa ein fünftel der damals gekündigten Mitarbeiter sind inzwischen wieder dabei. Es geht langsam erst wieder bergauf.

Ich habe durch den Verlust von Mitarbeitern, mit denen man relativ gut befreundet war, eine enge Beziehung zu dem Thema.
Trauern tue ich mittlerweile allerdings nicht mehr, wenn dann in stillem Gedenken der Opfer.
Die Propaganda der Infernos:
Na klar wird dieses Thema immer wieder aufgegriffen, es ist Medien-Wirksam.

Nun zu der allgemeinen Stimmung hier im Thread grade:

Meiner Meinung nach sollten einige Mitglieder die hier geschrieben haben mal nachdenken was sie hier verfassen.

Ich möchte hier nichts zitieren, da jeder für sich selbst eine Entscheidung treffen sollte.
Nur ist es nicht sehr intolerant zu sagen, "Die Amis verdienen unsere Trauer nicht, sie trauern ja auch nicht um andere"?

Zumal dies im allgemeinen eine Falschaussage ist. Kennt ihr Amerika so gut, um dermassen urteilen zu können? Ich denke nein.
Ich möchte das Land hier nicht verteidigen, nur ihr kennt die reine Propaganda -Form die uns hier über die Medien vertraut gemacht wird.

Die Menschen die nicht trauern wollen um ein Volk der Menschheit die einem Verbrechen zum Opfer fielen, dürfen auch nicht zynisch und intolerant äussern, dass andere Menschen nicht betrauert werden.

Ich für meinen Teil trauere grundsätztlich nur um Menschen zu denen ich einen Bezug hatte. Und in diesem Fall hatte ich es.


Warum trauern wir nicht um andere Menschen die verhungern etc?
Nun, da dürft ihr nicht die Amerikaner für schuldig befinden...
Das gleiche könnt ich fragen, warum tun die Deutschen nichts sinnvolles?
Die weltweite Menschheit trauert in dieser Angelegenheit, weil es auf weite Sicht ein "weltweites Problem" darstellt.
Der Kampf gegen den Terrorismus.
Dieser beschränkt sich nicht auf ein Land, auf eine Zeit oder auf eine Person.
Die Terroristen haben eines der weltweit mit  den höchsten Sicherheitsstandards ausgerüsteten Länder ausgesucht, das sind nunmal die USA. Man hat so demonstrativ gezeigt, wie einfach es ist mehr als 2000 Leute auf einen Streich auszulöschen.
Dem Terrorismus kann jeder zum Opfer fallen...
denkt mal darüber nach. Nicht wer das Ziel des Anschlages war. Wenn es uns Deutsche in dieser Form getroffen hätte, dann wäre dies auch von enormen Ausmass.

DarkGreetinx
 :evil: TheFly :evil:

PS:
Seid doch ein wenig toleranter zu euch gegenseitig...lasst doch die Leute trauern die dies wollen, und versucht nicht diese Personen niederzureden
Danke

kb:
Vorweg: Ich sitze nicht auf dem Klo und bin vollkommen nüchtern, trotzdem stimme ich Bombe, so scharf er es ausgedrückt hat, zu.

Biserka, mal ehrlich: Hast du um die Kinder in Russland getrauert? Hast du um den Schüler getrauert, der vor ein paar Tagen hier in .de totgeprügelt wurde? Um die Opfer aus Erfurt und Columbine? Um die Opfer aus den weggesprengten Zügen in Madrid? Um die Menschen in den zahlreichen Bussen in den letzten 1.5 Jahren, die sich von Brücken oder vor Züge geworfen haben? Um die Schülerin, die sich vor nem halben Jahr vom Michel gestürzt hat?  Um die unzähligen Israeli und Palästinenser, die seit Jahren konsequent abgeschlachtet werden? Um Jürgen Möllemann? Um Johnny Cash? Um die Hochzeitsgesellschaft, die von Bush in Afghanistan aus Versehen weggebombt wurde?

Alleine, wenn du zu einem der Punkte schon nein sagen kannst, ist es Heuchelei. Und von dem oben angesprochenen kam sogar alles noch im Fernsehen.

Trauerst Du auch, wenn du an einem Verkehrsunfall vorbeifährst? Wenn ein Haus weiter überraschend eine Wohnung frei wird, in der ein alter Mann gewohnt hat? Trauerst Du, wenn du am Friedhof Ohlsdorf vorbeifährst? Trauerst du auch, wenn du NICHT am Friedhof Ohlsdorf vorbeifährst? Wie oft trauerst du überhaupt um all die Verwandten, die du mal hattest oder nie kennengelernt hast?

Ums mit Bombe zu sagen: Mir gehen die 3000 Todesopfer des WGT exakt genau so am Arsch vorbei wie die weit über 100.000 (!!!) Menschen, die statistisch gesehen pro Tag über den Jordan gehen und über die global gesehen auch KEINE SAU trauert oder alleine nur spricht.

Aber was tagelang im Fernsehen läuft, muß ja wichtig sein. Und wahr. Ehrlich gesagt: Mich kotzt diese beschissene Idealisierung an... "aber sie sind doch für unsere Freiheit gestorben". Sicher das. Nein, diese Leute sind gestorben, weil irgendein größenwahnsinniger Terrorist zwei Flugzeuge in das Gebäude gejagt hat, in dem sich diese Leute unglücklicherweise befanden. Ich wette, KEINER von denen hätte auch nur im Traum daran gedacht, sich freiwillig für das instrumentalisieren zu lassen, was aus ihrem Tod gemacht wird.

Und bevor hier wieder das Geheule losgeht: Natürlich haben 3000 Opfer eines Terroranschlags eine größere welthistorische Signifikanz als 3000 Chinesen, die von einem aus einem Flugzeug fallenden Sack Reis erschlagen oder weggeschrapnellt werden. Nur seh ich gar nicht ein, warum das diese Leute selbst wichtiger machen sollte als irgendwen sonst.

Denn wenn man schon um die Opfer der WTC-Katastrophe trauert, dann doch bitte um die wahren Opfer. Bizerka-Mode an:

Ich trauere darum, dass Bin Ladens Plan, die Freiheit der westlichen Welt zu zerstören, so gut aufgegangen ist.

Ich trauere um die Bürgerrechte von zig Millionen Menschen, die international zur Bekämpfung einer hypothetischen und statistisch völlig insignifikanten Gefahr eingeschränkt oder aufgehoben werden.

Ich trauere um die Grundsätze, auf denen u.a. die amerikanische Verfassung und das deutsche Grundgesetz aufgebaut sind, und die irgendwann einmal den Bürger als mündig gesehen und die Freiheit als hohes Gut bewertet haben. Auch diese fallen seit 9/11 konsequent einer aus Luft geschürten Angst zum Opfer.

Ich trauere um die Millionen von Menschen, die weiterhin auf unabsehbare Zeit einer Politik von Profilneurotikern ausgesetzt sein werden - diese haben immerhin endlich ein adäquates Mittel gefunden, um unter fadenscheinigem Vorwand ihre fragwürdigen Agendas durchzudrücken oder einfach von ihren innenpolitischen Problemen abzulenken.

Wenn sie mir nicht völlig egal wären, würde ich schon jetzt um all die Soldaten und Zivilisten beider Seiten trauern, die der "Krieg gegen den Terrorismus" noch fordern wird, nur weil sich alle zu "schade" sind, Kompromisse zu finden.


Ich möchte noch anmerken, dass mein Post NICHT OT ist. Hier geht es um Trauer um die Opfer der WTC-Katastrophe. Und die obigen sind meines Erachtens die WIRKLICHEN Opfer.

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