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Erdbeben/Flutwelle im indischen Ozean
Thomas:
--- Zitat ---... Als ob die Touristen die "wertvolleren" Menschen wären...
--- Ende Zitat ---
Stimmt schon.Vermutlich gehen die TV-Sender davon aus, das sich z.B. das deutsche Publikum besonders dafür interessiert, ob auch deutsche unter den Opfern waren.Das kann ich bis zu einem gewissen Grad auch nachvollziehen, den realistisch gesehen ist es doch (aus der Sicht eines normalsterblichen) so : Unglücke, Kriege, etc. passieren des öfteren irgendwo auf der Welt, daran hat man sich quasi "gewöhnt", aber wenn Landsleute mit zu den Opfern gehören, werden die Leute hellhörig.
Kallisti:
@Thomas
... ja, genau das meine ich ja: dass Mensch eben eher "betroffen" ist, wenn Mensch die Leute kennt/kannte als wenn´s Fremde sind...
sicher, das ist wohl "normal", aber: trotzdem kann man sich mit ein bisschen Nachdenken und Einfühlungsvermögen... klarmachen, dass "die anderen" /"die Fremden/Unbekannten" eben ganz genau auch einfach Menschen sind, die Leid, Schmerz... empfinden (in solchen Situationen: Krieg, Naturkatastrophen, Unfälle, Seuche...)!!
Mir geht es eben gerade darum, dass Mensch sich eben nicht "gewöhnen" soll, nicht gleichgültig oder abgestumpft darauf reagieren, damit umgehen - und dann halt einfach weitermacht wie bisher!
Das ist durchaus möglich, setzt aber voraus, dass Menschen mitfühlen, sich dafür öffnen und es nicht bloß als "Nachricht" abtun, sondern, dass man sich klarmacht, dass da eben wirklich was Schlimmes... passiert ist und was genau (naja: in etwa) das für die Menschen dort bedeutet/heißt...
Wozu das? Weil ich denke, dass Mensch wach-/aufgerüttelt werden muss, mitfühlen "muss"/soll(te): um dann bereit(er) zu sein, sein eigenes Verhalten zu überdenken, zu verändern - also: z.B. anderen Menschen die (wo auch immer!!) in Not sind, Hilfe/Unterstützung brauchen, ... zu helfen und sich einzusetzen: eben nicht nur für die eigenen Ziele, sondern für andere!
Ja: Solidarität, Mitgefühl ...! Denn: Mensch ist darauf angewiesen: jeder letztlich (wenn er in Notsituation gerät)!
Und: was können manche Menschen dafür, dass sie eben dort leben, wo es wesentlich schwieriger... ... ... ist als anderswo, dass sie dort geboren wurden, dass sie (unverschuldet) arm sind, kein sauberes und nicht genug - nicht mal!: Trinkwasser haben ... ... ...
Also: ist es in Anbetracht des Elends vieler Menschen (die nicht unbedingt/immer durch eigenes "Verschulden"/Verhalten in diese Not geraten sind!!!) nicht einfach nur dekadent, pervers: wie "wir" in den "Industrienationen" so leben?!?
Und: würde sich nicht doch was verbessern lassen, wenn jeder Mensch eben doch bewusster... lebte und sich verhielte: eben gerade (auch) seinen Mitmenschen gegenüber?!??
Nein, das sind keine Weihnachtsmoralapostelsprüche und ich bin auch nicht "christlich-religiös-verseucht" - aber: ich hab ein Problem mit der Ungerechtigkeit und dem Leid(en) auf dieser Welt - ja: obwohl ich die Pubertät schon ne ganze Weile hinter mir habe...
Und ich finde einfach vieles, das so passiert (Waffenhandel...) einfach echt pervers, verlogen, abartig, unglaublich... !
Und ja: es gibt Leute und Organisationen, die was machen und da kann man sich auch anschließen (hab ich ja auch, klar), aber: es reicht eben bei Weitem nicht, es sind nicht genug !!
Eisbär:
Also erstmal hört man als Einzelperson in einer Welt, die mit bald 6,5Mrd. Menschen total überbevölkert ist, ein paar abstrakte Opferzahlen.
Irgendwie stumpft das schon ab. Insbesondere, wenn man in einer Großstadt lebt und jeden Tag auf abertausende fremde Menschen trifft.
Scheint ein ganz normaler psychischer Vorgang zu sein.
Auf der anderen Seite sind natürlich die westeuropäischen Touristen "wertvoller", als die Einheimischen dort.
Deren Tod kostet nämlich richtig Geld. Die Rückführungen, die Beerdigungen, die (Lebens-)Versicherungen, die Erbschaftsprozesse, das Anlernen neuer Spezialisten für deren Jobs etc.pp.
Die paar Indonesier und Thailänder, die da vor Ort verscharrt werden und wovon es noch viel zu viele andere gibt, die kosten doch nichts, sind tot wahrscheinlich billiger als lebendig.
Klingt zynisch, krank, pervers? - Ist es auch.
Willkommen in unserer Welt.
gottderneue:
aus gerade schon genannten gründen der abstumpfung bin ich für mich dazu übergegangen zu versuchen meine eigene kleine welt...
sprich meine freunde... meine bekannten, selbst die die ich nicht so gut kenne irgendwie "in Ordnung" zu halten...
ich stell mir das vor wie kreise im wasser wenn man einen stein hineinschmeist... und wenn nur jeder dritte von den eben genannten das ebenso hält denke ich das wir der abstumpfung ein wenig entgegen wirken können...
Mich persönlich hat dieses ereignis doch sehr betroffen gemacht... nicht das einfach nur menschen gestorben sind... sondern auch wann, wir leben hier grad den totalen konsumterror aus und in einer mit der ärmsten gegend der welt verlieren nicht nur zehntausende das leben, nein diejenigen die die nackte haut retten konnten haben hunderttausendfach ihr obdach verloren...
ich denke das sollte uns zumindest mal (zumindest einige) vom jammern befreien... seht euch mal um wie gut es euch geht...
und jetzt kommt nicht damit das kann man nicht vergleichen, das wäre ein anderes land... es sind alles MENSCHEN !!!
und das die touristen da irgendwie besonders beklagt werden kann ich auch nicht begreifen... ich möchte nicht wissen wieviele von denen pädophile waren die mit nem "bumsbomber" rübergeflogen sind...
so jetzt gehts mir besser
karsten
messie:
Nun, Mentallo hat es eigentlich sehr schön auf den Punkt gebracht:
--- Zitat --- ich gebe zu, dass mich diese Naturkatastrophe nicht besonders betroffen gemacht hätte...
Allerdings [...]
--- Ende Zitat ---
Das ist der Punkt: Es gibt insgesamt zuviel Leid auf der Welt, um allem hinterherzutrauern oder überall helfen zu können.
Darum ist es am glaubwürdigsten und auch besten, wenn man dort hilft, wo man selbst auch einen persönlichen Bezug zu hat.
Das bedeutet im Umkehrschluss: Nur dort, wo wir eine Beziehung dazu herstellen können, können wir auch wirklich betroffen sein.
Natürlich ist es grausam, was dort passiert ist: Es sind tausende Leute umgekommen, auch noch jene, die nie im Leben eine Chance hatten. Aber: Das passiert auch täglich bei Selbstmordanschlägen, täglich bei Kriegen irgendwo in Afrika, täglich in den USA, wenn mal wieder ein Ghettokrieg irgendwo herrscht. Es sterben täglich Kinder am Hunger, täglich sterben Menschen an AIDS, Krebs oder anderen Krankheiten.
Darum ist das Herstellen eines Bezuges der Medien zu "uns" garnicht mal so verwerflich: Sie machen nichts anderes als UNS zu berühren, versuchen klarzumachen, dass das Ganze doch mit UNS zu tun hat (obwohl es eigentlich nicht so ist ... das alles ist weit, weit weg und hat eigentlich mit uns herzlich wenig zu tun ...), denn auf diese Weise steigen die Chancen von Spenden seitens der Deutschen.
OK, das ist auch eine ziemlich zynische Herangehensweise - aber sie funktioniert.
Und was das Spenden angeht: Ich selbst spende derzeit überhaupt nicht. Nicht nur, weil mein Budget z.Zt. extrem knapp ist - sondern auch, weil ich nirgendwo den Bezug zu einer Gruppe/Organisation habe, wo ich zu 100% dahinterstehen könnte. Denn alles, was ich tue, tue ich aus Überzeugung - da sind Spendengelder keine Ausnahme.
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